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„Tempo, das mit Papier nicht zu leisten wäre“ Mit wenigen Klicks das Gewerbe anmelden

29.12.2009 ·  Mit dem sogenannten Einheitlichen Ansprechpartner im Internet will das hessische Wirtschaftsministerium die Anmeldung und Abmeldung eines Gewerbes deutlich vereinfachen. Alle Informationen und Formulare gibt es jetzt auf einer Internetseite.

Von Tim Kanning, Frankfurt
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Mit dem sogenannten Einheitlichen Ansprechpartner im Internet will das hessische Wirtschaftsministerium die Anmeldung und Abmeldung eines Gewerbes deutlich vereinfachen. Auf der Internetseite www.eah.hessen.de können Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler fortan alle notwendigen Informationen für die Anmeldung eines Gewerbes, sowie die dazugehörigen Formulare finden. Auch beim Ausfüllen der Unterlagen bietet die Plattform Unterstützung.

Somit müssen die künftigen Unternehmer nicht mehr unterschiedliche Stellen wie die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer und mehrere Behörden aufsuchen. Stattdessen können sie entweder über die Internetseite selbst, per Email, Fax oder Telefon mit dem Einheitlichen Ansprechpartner Kontakt aufnehmen, der dann elektronisch die eingegebenen Daten an die unterschiedlichen beteiligten Stellen weiterleitet.

Auch Hilfe für die Behörden

Wirtschaftminister Dieter Posch (FDP) und Staatssekretär Horst Westerfeld, der für das sogenannte E-Government zuständig ist, stellten die neue Seite gestern im Regierungspräsidium Gießen vor. Posch sagte, die Seite sorge für „merkbar bessere Startbedingungen“ für junge Unternehmer. Westerfeld fügte hinzu: „So wird Verwaltung zum Dienstleister der Dienstleister – und das in einem Tempo, das mit Papier nicht zu leisten wäre.“ Das Wirtschaftsministierum verwies darauf, dass mit der neuen Plattform nicht nur den Antragstellern geholfen sei. Auch die einzelnen Behörden machten einen „Riesenschritt“ weg vom Papier hin zur Online-Dienstleistung für Bürger und Wirtschaft, wie Westerfeld sagte.

Um die neue Geschwindikeit der Bürokratie zu verdeutlichen, ließen Posch und Westerfeld gestern den Tübinger Lars-Gunnar Lange als Ersten die neue Plattform ausprobieren. Während der Veranstaltung in Gießen stellte der 30 Jahre alte Schwabe einen Antrag auf Zulassung als freier Handelsvertreter für Ladeneinrichtungen und Ladenbau in Eschborn. Sämtliche Formulare konnte er direkt am Computer ausfüllen, nur einige Dokument muss er noch postalisch an den Einheitlichen Ansprechpartner senden, etwa eine Kopie seines Personalausweises.

Richtline von der EU

Der Einheitliche Ansprechpartner ist an den drei Regierungspräsidien in Darmstadt, Gießen und Kassel angesiedelt. Hier säßen Mitarbeiter, die zum Einen in gewerberechtlichen Fragen große Erfahrung hätten, so dass sie die Antragsteller bestmöglich informieren und unterstützen könnten. Zum Anderen seien sie auch dazu geeignet, mit den jeweiligen beteiligten Behörden zu kommunizieren, hieß es zur Begründung.

Ganz von allein ist das Wirtschaftsministerium indes nicht auf die neue Serviceleistung gekommen. Im Jahr 2006 hatte die Europäische Union ihre Mitgliedstaaten in der sogenannten Dienstleistungsrichtlinie dazu verpflichtet, entsprechende Angebote einzurichten.

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