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Studie Banken rechnen mit leichtem Aufwind

28.08.2006 ·  Die Branche zeigt sich optimistisch: Sowohl über das Privat- als auch über das Firmenkundengeschäft äußern die Manager sich positiv. Nicht aber über die künftige Beschäftigung.

Von Christian Siedenbiedel
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Frankfurts zentraler Wirtschaftszweig blickt verhalten optimistisch in die Zukunft. Das geht aus einer Studie hervor, für die das Beratungsunternehmen Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit Ibi Research 112 Führungskräfte der Bankenbranche befragt hat, darunter viele Vorstandsmitglieder. Die Hälfte der Finanzdienstleister rechnet demnach für die nächsten zwölf Monate mit einer stabilen wirtschaftlichen Lage.

Zwei von fünf Befragten erwarten sogar einen besseren Geschäftsverlauf als im Vorjahr. Seine aktuelle geschäftliche Situation schätzt jedes zweite Institut als gut ein. Der damit vorgezeichnete Aufwärtstrend wird auch von den negativ gestimmten Unternehmen bestätigt: Rund drei Viertel derjenigen Befragten, die ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als schlecht einstuften, erwarten gleichwohl im laufenden Jahr einen verbesserten Geschäftsverlauf.

Investitionsbereitschaft des Mittelstands steigt

Die positive Grundstimmung wird der Studie zufolge wesentlich durch das Firmenkundengeschäft getragen. Dabei dürfte insbesondere die steigende Investitionsbereitschaft des Mittelstands und die damit verbundene Finanzierungsnachfrage das Segment weiter beflügeln, hieß es. Knapp die Hälfte der Kreditinstitute erwartet, daß sie den Umsatz mit ihren Unternehmenskunden in den nächsten zwölf Monaten steigern kann. Zwei von fünf rechnen damit, daß sie zumindest das Ergebnis aus dem Vorjahr erreichen.

Ein „gebremster Optimismus“ überwiege im Geschäft mit Privatkunden, heißt es in der Studie. Hier stuften die Banken ihre Situation überwiegend als „neutral“ ein, allerdings mit positiver Tendenz. Mehrere Institute hätten das Privatkundengeschäft offenbar wiederentdeckt, heißt es in der Studie. Neun von zehn befragten Entscheidern seien mit der wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Segment zufrieden - jeder dritte bewerte die Lage als gut. Nur knapp neun Prozent hatten sich mehr versprochen. Für die kommenden zwölf Monate sehen die Bankentscheider einen leichten Aufwärtstrend.

Zahl der Arbeitnehmer wird voraussichtlich sinken

Wenig Zuversicht strahlt die Studie hingegen hinsichtlich der künftigen Beschäftigungsentwicklung in der Branche aus. Rund 60 Prozent der Befragten gingen von einer Abnahme der Beschäftigtenzahlen aus, nur 13 Prozent rechneten auf diesem Feld mit einer positiven Entwicklung. Der Bankenmarkt werde seine Konsolidierung fortsetzen, heißt es in der Studie, die Zahl der Arbeitnehmer in der Branche insgesamt werde weiter sinken. Vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Instituten rechnet man offenbar noch mit Stellenabbau: Drei Viertel der Befragten aus dieser Gruppe schätzten die Entwicklung bei der Beschäftigung in den nächsten zwölf Monaten als „sinkend“ ein. Positive Signale gingen allenfalls von den Wachstumsfelder Altersvorsorgeprodukte und Vertrieb aus.

Die insgesamt positiven Geschäftsaussichten veranlassen der Studie zufolge jeden dritten Bankentscheider, Investitionen zu tätigen. Die Finanzdienstleister setzten dabei insbesondere auf die Fortbildung der Mitarbeiter: 41 Prozent der Kreditbanken wollten hier mehr Geld ausgeben, jede vierte Firmenkundenbank und jede fünfte Privatkundenbank. Die erhöhten Beratungsanforderungen resultierten beispielsweise aus immer komplexeren Produkten zur Altersvorsorge.

Aktivitäten ausländischer Banken scheinen den Finanzplatz zunehmend zu beleben: Mehr als drei Viertel der Fach- und Führungskräfte gehen für die nächsten zwölf Monate von einem steigenden Engagement ausländischer Kreditinstitute und Direktbanken aus. 65 Prozent rechnen mit einer steigenden Wechselbereitschaft der Bankkunden. Mit einer Öffnung des Dreisäulensystems (Privatbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen) oder übergreifenden Kooperationen rechnet allerdings nur eine Minderheit - rund 45 Prozent der Manager.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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