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Streit über Zeitarbeit Leiharbeit sorgt für dicke Luft in der Metallbranche

Die Spitzen von Hessenmetall und dem IG-Metall-Bezirk Frankfurt streiten sich über Zeitarbeit. Von Amokfahrt und Verunglimpfung ist da die Rede. Es gibt aber auch Argumente. Ein Überblick

© dpa Vergrößern Keine Insel: Auch in der Autoindustrie ist Leiharbeit längst etabliert.

Wenn von Montag an Frauen und Männer aus weiteren acht EU-Staaten in Deutschland unbeschränkt arbeiten können, dann wird sich das nach Ansicht von Armin Schild, Leiter des IG- Metall-Bezirks Frankfurt, auch auf seine Branche auswirken – gerade über die Leiharbeit. Denn dort gilt zwar, wie in vielen anderen Branchen auch, ein Mindestlohn, den künftig auch Arbeitskräfte aus Polen, Tschechien, Slowenien, der Slowakei, Estland, Lettland, Litauen und Ungarn bekommen müssen. Die Nebenkosten wie Sozialversicherungsbeiträge kann ein Zeitarbeitsunternehmen aus diesen Ländern aber weiter im Herkunftsland entrichten, was in der Regel sehr viel billiger ist als in Deutschland. Schild hält es für wahrscheinlich, dass damit auch in der Metallbranche ein neues Konkurrenzverhältnis entsteht, das zu Lasten der Stammbelegschaft wie auch der Mitarbeiter hiesiger Zeitarbeitsfirmen wirkt.

Jochen Remmert Folgen:  

Die IG Metall, allen voran der Bezirk Frankfurt, der für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen zuständig ist, sieht allerdings auch ganz ohne die Auswirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit bei der Leiharbeit dringenden Regelungsbedarf mit dem Ziel, eine tatsächliche Gleichstellung von Stammbelegschaft und Leiharbeitern zu erreichen. „Equal Pay“ heißt die Formel – „gleiches Geld für gleiche Arbeit“.

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Die Vorstellungen gehen dabei weit über eine Absicherung der Lohnuntergrenze mit einem Mindestlohn hinaus, der für Leiharbeiter bei 7,79 Euro liegt. Zum Vergleich: Die Entgelttabelle der Metall- und Elektroindustrie beginnt bei umgerechnet 12,73 Euro je Stunde. Im Kern geht es darum, dass die Metallgewerkschaft Leiharbeit tatsächlich nur als Instrument zur Abdeckung von Nachfragespitzen genutzt sehen und eine umfassendere Gleichstellung zwischen Zeitarbeitern und Stammbelegschaft sicherstellen will. Dem Arbeitgeberverband Hessenmetall ist beides so nicht recht, jedenfalls nicht in so engen Grenzen. „Wir brauchen die Zeitarbeit, um Aufträge bewältigen zu können, von denen noch nicht klar ist, wie dauerhaft und nachhaltig sie sind“, hält Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands, der IG Metall entgegen.

Solange die errechnete Planung der Unternehmen noch keine Kontinuität in Aussicht stellten, greife die Industrie erst einmal auf Zeitarbeit zurück. Wenn sich die Entwicklung stabilisiere, werde auch die Stammbelegschaft aufgebaut, argumentiert Fasbender. So sei in Hessen bis Februar die Zahl dieser Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie um 6220 auf 203 000 gestiegen. Hinzu kämen gerade einmal fünf Prozent Zeitarbeitskräfte, führt er weiter aus. Für den Vertreter der Arbeitgeberseite ist die Zeitarbeit in der Branche ein „eher randständiges Phänomen“, das die IG Metall „in den Mittelpunkt zerrt und sehr heftig attackiert“, was sehr ärgerlich sei. Schild hält dem entgegen, dass in Hessen inzwischen zwei Drittel von 344 Branchenbetrieben Leiharbeiter beschäftigten. Lediglich in 119 davon wird seinen Angaben zufolge der Unterschied zwischen der Bezahlung eines Stammbeschäftigten und der der Leiharbeiter durch betriebliche „Besservereinbarungen“ ausgeglichen.

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Veröffentlicht: 30.04.2011, 14:31 Uhr

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