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Spritpreise in den Ferien Günstiger tanken unterwegs

01.07.2010 ·  Autofahrer müssen beim Tanken in diesem Sommer tief in die Tasche greifen. Wer Geld sparen will, sollte unterwegs die Augen offen halten. Auch Urlauber Richtung Süden profitieren.

Von Petra Kirchhoff
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Bei 1,43 Euro lag am Dienstag nach Berechnungen des ADAC der Durchschnittspreis für den Liter Super an deutschen Tankstellen - und damit knapp unter dem Höchstpreis in diesem Jahr. Der ADAC erfasst seit 1950 die Durchschnittspreise. Danach hatte der Liter Super vor einem Jahr 1,34 Euro gekostet.

Als Grund für das derzeitige hohe Niveau nennt Jörg Albrecht vom ADAC den hohen Rohölpreis, den schwachen Euro und nicht zuletzt die Motivation der Mineralölkonzerne, die Preise in der Reisezeit hochzuhalten, das heißt dann, wenn besonders viele Autofahrer unterwegs sind. Große Unterschiede sind an den Tankstellen der Konzerne wie Aral, Shell und Esso nicht auszumachen. Deren Betreiber beobachten sehr genau, was die Konkurrenz an ihren Zapfsäulen treibt. In der Regel sei es so, dass einer der Großen einen Preis durchdrücke, und die anderen zögen dann nach, sagt Steffen Bock, Geschäftsführer der Info Road GmbH, die das Preisvergleichsportal www.clever-tanken.de betreibt. Ganz nach diesem System sei etwa erst am Dienstag der Liter Super an allen 2500 Aral-Filialen und anschließend bei vielen anderen Marken-Tankstellen auf 1,47 Euro gestiegen.

Zehn Cent Unterschied binnen zwölf Stunden

Genau so viel kostete gestern am Morgen noch der Liter Superbenzin an der Shell-Tankstelle am Sandweg in Frankfurt. Am Nachmittag waren es vier Cent weniger. Der Tankstellenpächter Wolfgang May hat darauf, wie er sagt, keinen Einfluss. Die Preisspirale wird von der Konzernzentrale in Hamburg aus gedreht, mitunter dreimal am Tag. „Wir kriegen nur die Vorab-Information über die Kasse.“ May selbst hat kein Interesse an höheren Preisen, weil es nicht so ist, dass er dann mehr verdient. Egal, ob der Sprit teuer oder billig ist, der Shell-Pächter darf gerade einmal 1,5 Cent vom Liter Benzin und Diesel behalten, wie er sagt. Umgekehrt gehen von einem Liter Benzin, der 1,40 Euro kostet, 50 Cent an den Konzern. Der Löwenanteil geht an den Staat: Mineralölsteuer, Ökosteuer, Erdölbevorratungsbeitrag sowie Mehrwertsteuer. Alles in allem sind es bei diesem Preis 88 Cent.

Video: Teures Benzin an Ostern

Gewundert hat sich am Dienstag auch ein Kollege aus Hochheim. Morgens zeigte die Preistafel an der Shell-Tankstelle noch 1,47 Euro für den Liter Super an, am Abend kostete er nur 1,37 Euro. Wie sollen Verbraucher da planen? Am besten gar nicht. Vielmehr sollten sie, sobald sich Kraftstoff-Schnäppchen am Wegesrand auftun, sofort anhalten.

Sehr viel sparen lässt sich zurzeit ohnehin nicht, wie die Suche nach einer günstigen Tankstelle für den Frankfurter Raum bei www.clever-tanken.de zeigt (siehe Grafik). Zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter unter zehn Tankstellen lagen am Mittwochmittag sieben Cent Differenz beim Super-Benzin. Das macht bei einer Tankfüllung von 50 Litern eine Ersparnis von 3,50 Euro.

Und schon gar nicht spart der Autofahrer, wenn er sich für diesen Preis extra ins Auto setzt oder einen Umweg fährt. Dann ist die vermeintliche Ersparnis rasch verfahren, und die Umwelt hat auch gelitten. Wie der TÜV Süd berichtet, verbraucht ein durchschnittlicher Benzinmotor in der Startphase rund 30 Liter Sprit auf 100 Kilometer und stößt dabei auch einen Großteil der Kohlenwasserstoffe aus.

„System nur so gut wie der Wille aller Beteiligten“

Im Internet gibt es eine Reihe von Preisvergleichs-Portalen für Kraftstoffe. Hinter den meisten steckt jedoch der Marktführer Clever-Tanken aus dem bayrischen Heroldsberg. Dieser erfasst nach eigenen Angaben täglich die Preise von etwa 6000 Tankstellen. Eine Garantie dafür, dass der Autofahrer, den Preis, den das Internet anzeigt, tatsächlich vorfindet, gibt das Portal freilich nicht. Die Preise stammen aus drei Quellen: Das sind die markenunabhängigen Tankstellen wie Go, Mr. Wash und Hem selbst, das sind sechs eigene Mitarbeiter, und das sind Verbraucher, die Preise melden. Deren Angaben sind sehr willkommen. „Das System ist immer nur so gut wie der Wille aller Beteiligten“, hebt Geschäftsführer Bock hervor.

Auch der ADAC bietet im Internet einen Tankstellen-Preisüberblick, allerdings nur für Mitglieder. Auf der Seite www.adac.de finden aber auch Nicht-Mitglieder unter dem Stichwort Tanken nützliche Informationen über Kraftstoffpreise im Ausland (siehe Info-Kasten) sowie eine Übersicht über Tankstellen in Autobahnnähe.

Österreich billiger, Dänemark teurer

In vielen europäischen Ländern sind die Spritpreise deutlich niedriger als in Deutschland. Wer auf der Fahrt in den Urlaub geschickt tankt, kann Geld sparen. Nach einer Übersicht des ADAC kostet der Liter Super in Österreich in dieser Woche 1,24 Euro. Italien ist mit 1,38 Euro deutlich teurer. Für Italien-Urlauber empfiehlt es sich daher, in Österreich zu tanken. Am günstigsten ist Super in Kroatien (1,15 Euro) und in Spanien (1,16 Euro). Auch Diesel ist in Kroatien mit 1,09 Euro am günstigsten und wird nur von Luxemburg mit 1,01 Euro unterboten. Wer an die holländische Nordseeküste fährt oder nach Dänemark, sollte dagegen noch vor der Grenze den Tank auffüllen. Super in den Niederlanden liegt laut ADAC momentan bei 1,57 Euro und in Dänemark bei 1,59 Euro. (hoff.)

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