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Schufa Selbstauskunft mit Hindernissen

 ·  Seit gut drei Wochen können Verbraucher persönliche Daten bei Auskunfteien einmal im Jahr unentgeltlich abrufen. Die Schufa lenkt die Aufmerksamkeit der Verbraucher im Internet aber auf kostenpflichtige Angebote. Das verwirrt.

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Seit Anfang April können Verbraucher persönliche Daten zu Konten, Ratenkrediten, Mobilfunk- und Leasingverträgen bei Auskunfteien einmal im Jahr unentgeltlich abrufen und eventuelle Fehler beanstanden. Eine Neuerung im Bundesdatenschutzgesetz verpflichtet Auskunfteien dazu. Das verschafft vor allem der Schufa - das Unternehmen ist mit 440 Millionen Informationen zu 65 Millionen Personen der größte Daten-Sammler - Mehrarbeit.

Der Weg zur Gratis-Auskunft ist allerdings mühsam. Ärgerlich ist, dass die Schufa das Angebot auf ihrer Internetseite (www.meineschufa.de) unter dem sperrigen Begriff „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz“ versteckt. In diesem Paragraphen ist die neue Auskunftspflicht geregelt. Andere Auskunfteien sprechen deutlicher von Selbst- und Eigenauskunft. Das versteht der Laie.

Bonitätsauskunft vor Augen

Weiter verwirrt, dass die Schufa die sogenannte Bonitätsauskunft, die Verbraucher schon immer für Dritte, etwa Vermieter oder Arbeitgeber, anfordern konnten, nun mit einer persönlichen Datenübersicht verquickt. 18,50 Euro (früher 7,80) kostet diese Bonitätsauskunft. Selbst wer den Link „Für Ihre eigenen Unterlagen“ und „einmalig per Post“ wählt, dem springt, blau unterlegt, diese Bonitätsauskunft ins Auge. Die Gratis-Eigenauskunft steht blassgrau daneben. Und so kommt es, dass sich Leserin K. aus Offenbach beschwert, sie könne auf der Schufa-Seite nur ein Bestellformular für die Bonitätsauskunft mit Lastschrifteinzugsverfahren anfordern zum Preis von 18,50 Euro.

Genauso viel kostet es Verbraucher laut Internet-Angebot im Übrigen, wenn sie sich für einen unbefristeten Online-Zugang zu ihren Schufa-Daten registrieren. Dieser hat einen Vorteil: Der Schufa-Kunde zahlt einmal und kann danach jederzeit die über ihn gesammelten Informationen einsehen. Wenn er eine Auskunft für Dritte braucht, kostet ihn das 7,80 Euro wie bisher und nicht 18,50 Euro.

Wer Beruf und Wohnort öfter wechselt, für den ist das Online-Abo eine Option. Ebenso für Menschen, die gern die Kontrolle darüber haben wollen, was Auskunfteien über sie wissen und wie diese ihre Kreditwürdigkeit einstufen. Das verrät der sogenannte Scorewert. Wie dieser zustande kommt und welche Daten dafür benutzt werden, müssen Auskunfteien seit dem 1. April verständlich erklären.

Daten einen Tag später gelöscht

Wir haben einen Selbstversuch gemacht und fanden etwa noch eine Bankverbindung, die es schon zehn Jahre nicht mehr gibt, und auch den Hinweis auf eine Kundenkarte, mit dem ein süddeutsches Modehaus Kredit gibt. Auch die ist nicht mehr im Gebrauch. Darauf haben wir die Schufa per Rückfragebutton hingewiesen, und bereits einen Tag später waren die Daten gelöscht. Nicht löschen konnten wir dagegen zwei Schufa-Anfragen von Versandhändlern, bei denen wir vor einigen Monaten etwas auf Rechnung bestellt hatten. Solche Einträge bleiben, wie wir auf Anfrage erfahren, ein Jahr lang gespeichert. Der Scorewert wird vierteljährlich, das nächste Mal Anfang Juli, aktualisiert.

Wer bei der Schufa Nachfragen zum Prognosewert hat, wird über das Verbrauchertelefon weiterverbunden. Eine Mitarbeiterin informiert, dass beim Score, der aus zig Einzeldaten errechnet wird, auch das Alter und das Geschlecht eine Rolle spielen. Unter Umständen hätten 27 Jahre alte Frauen, statistisch gesehen, eine schlechtere Zahlungsmoral als zwei Jahre ältere. Der durchschnittliche Basis-Score der Verbraucher liegt nach Information der Schufa bei 91 Prozent.

Wer sich für den unbefristeten Online-Zugang interessiert: Zurzeit gibt es das Angebot sechs Euro günstiger, wenn man unter www.meineschufa.de/gutschein das Wort „Starterpaket“ eingibt.

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1964, feste freie Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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