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Schau Stil-Ikonen Frankfurter Möbelmesse ohne Fortsetzung

09.09.2009 ·  An großen Worten fehlte es nicht, als der Unternehmer Hans Strothoff vor einem Jahr eine Möbelmesse in Frankfurt organisierte. Stadtoberhaupt Petra Roth hoffte sogar, demnächst Mailand Konkurrenz zu machen. Doch die Schau wird 2009 nicht wiederholt.

Von Manfred Köhler
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Großer Bahnhof für eine kleine Veranstaltung – seinerzeit, im Oktober 2008. Michael von Zitzewitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, sprach, Petra Roth (CDU) Aufsichtsratsvorsitzende der Messe-GmbH, auch, und Hans Strothoff sowieso. Der Unternehmer aus Dreieich, der mit der MHK Gruppe einen großen Einkaufs- und Marketingverbund führt, hatte Frankfurt eine Möbelmesse beschert, die der Kern für Größeres werden sollte. „Stil-Ikonen“ nannte sich die Schau – „für exklusive Einrichtungen und hochwertige Möbel“, wie es hieß.Organisiert wurde sie von der MHK Gruppe und der Messe gemeinsam.

Vorerst war es nur eine kleine Messe, die eine halbe Etage einer einzigen Halle füllte, zu sehen waren lediglich Möbel der Marken WK Wohnen und Designo. Doch alle hatten die Zukunft im Sinn. Deutlich mehr Aussteller wolle man bei der künftig jährlichen Schau von 2009 an gewinnen, erläuterte Zitzewitz. Vielleicht werde daraus gar ein Wettbewerber für die Leitmesse der Branche in Mailand, meinte Roth. Die Möbelhersteller suchten nach neuen Ausstellungskonzepten, berichtete Strothoff. Dass man sich am Standort der deutschen Möbelmesse in Köln auf schwere Zeiten einzustellen habe, ließ ohnedies jeder erkennen.

Derzeit andere Sorgen

Doch ein Jahr später ist von alledem nichts mehr zu hören. Die Neuauflage der „Stil-Ikonen“ wurde stillschweigend abgesagt. Bei der MHK Gruppe heißt es sinngemäß, man habe derzeit andere Sorgen. Für die hochwertigen Möbel der Marke WK Wohnen wird nach einem neuen Vertriebskonzept gesucht, wie Daniel Schmid erläutert, Vorstand der MHK Gruppe. Denn die Zahl der Fachgeschäfte, die diese Produkte anbieten, sinkt. In Frankfurt etwa sind WK-Möbel seit dem Ende des traditionsreichen Hauses Helberger gar nicht mehr vertreten. In Bad Homburg ging Möbel Meiss, ebenfalls von WK beliefert, in die Insolvenz – wird aber nun immerhin fortgeführt. Schmid berichtete gestern, die Möbel dieser Marke sollten in Zukunft unter anderem in einigen Flagshipstores in deutschen Großstädten gezeigt werden. Die Eröffnung des ersten dieser Art sei in Frankfurt geplant, allerdings werde noch ein Geschäftslokal gesucht.

Mit der Messe befasst sich angesichts dieser Strategiefragen in Dreieich niemand mehr. Eine Neuauflage stehe nicht auf der Agenda, sagt Schmid. Die Zeit sei noch nicht reif gewesen, etwas Neues zu etablieren. Allerdings war es offenbar auch schlichtweg nicht gelungen, die Phalanx der auf Köln fokussierten Aussteller aufzubrechen, obwohl die jährliche Möbelmesse dort durchaus von vielen kritisch gesehen wird. Ein Kenner der Branche meint gar, womöglich hätten die Frankfurter Pläne in der Domstadt regelrecht zu einem Schulterschluss geführt.

Konsumgütermessen unter Druck

Schon im November vergangenen Jahres, nur einen Monat nach Ende der „Stil-Ikonen“, hatten die Frankfurter Ambitionen insofern einen Dämpfer erhalten, als der Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie hatte wissen lassen, er wolle jetzt zwar ein Konzept für eine internationale Schau dieses Marktsegments entwickeln – aber nicht etwa mit der Messegesellschaft in Frankfurt, sondern mit der in Köln. Mit den Küchenmöbelproduzenten hatte man am Main noch die größten Hoffnungen verbunden, hatten sie sich doch vor Jahren aus Köln zurückgezogen.

Das alles ist aus Sicht der Frankfurter Messe schon deshalb ärgerlich, weil die Geschäftsführung immer wieder einmal damit geliebäugelt hatte, die Möbelmesse herüberzuziehen – liegt doch der Schwerpunkt der Messen am Main gerade bei Konsumgütern. Zuletzt hatte der für Konsumgüterschauen zuständige Geschäftsführer der Messe Frankfurt, Michael Peters 2006 die Publikumsveranstaltung „Design Annual“ entwickelt, auf der nicht nur, aber eben auch Möbel zu sehen waren. Auch sie ist aber inzwischen Geschichte.

August-Termin weiter unbesetzt

Dass die „Stil-Ikonen“ eine Neuauflage nicht erleben werden, zeigt abermals die Schwierigkeiten des Messestandorts Frankfurt mit den Konsumgütermessen. Die traditionsreiche Herbstmesse verliert seit Jahren Aussteller, die Kunstmesse ist Vergangenheit, die Pelzmesse dahingeschieden. Das Füllen der Lücken erweist sich als überaus schwierig; der durch die Vorverlegung der Herbstmesse in den Juli freigewordene August-Termin etwa ist immer noch nicht wieder besetzt.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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