13.05.2009 · Die Frankfurter Infraserv Logistics GmbH wird bis zu 100 ihrer 650 Arbeitsplätze abbauen. Sie leidet unter einer rückläufigen Nachfrage von Chemiebetrieben im Industriepark Höchst und anderen Kunden in der Rhein-Main-Region und wird sich vom Standort Offenbach zurückziehen.
Von Thorsten WinterDie Frankfurter Infraserv Logistics GmbH wird bis zu 100 ihrer 650 Arbeitsplätze abbauen. Sie setzt dabei auf Altersteilzeit und Abfindungen. Als Gründe für den Arbeitsplatzabbau führte Jürgen Vormann, Chef der Muttergesellschaft Infraserv Höchst, die „sehr starke Minderauslastung unserer Kapazitäten“ an. Zudem werde sich Infraserv Logistics nach dem Aus für den Faserhersteller Invista vom Standort Offenbach zurückziehen und Ersatzteillager im Industriepark Griesheim aufgeben (Invista stellt die Produktion in Offenbach ein: 280 Stellen bedroht).
Die Logistiktochter leidet infolge der Rezession unter einer rückläufigen Nachfrage von Chemiebetrieben im Industriepark Höchst und anderen Kunden in der Rhein-Main-Region. Seit 1. März gilt bei dem Unternehmen deshalb Kurzarbeit. Die Tochter werde auf absehbare Zeit auf „schwierigem Terrain“ unterwegs sein, wie Vormann sagte.
Infraserv Logistics drückt zudem ein Kostennachteil: Anders als bei Mitbewerbern werden Mitarbeiter nach einem an den Chemieabschluss angelehnten Haustarif bezahlt – und nicht nach dem Tarif für Logistikfirmen, der 30 Prozent weniger Lohn vorsieht. Um fortan Kosten zu sparen, hat Infraserv mit der Chemiegewerkschaft eine Einmalzahlung vereinbart. Dadurch entfallen monatliche Zahlungen, die bisher die Lücke zwischen dem Chemietarif und übertariflichen Leistungen aus Hoechst-Zeiten füllten.