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Restaurantkette Coa Mit Dim Sum auf Expansionskurs

 ·  Die Frankfurter Restaurantkette Coa will die Systemgastronomie bei fernöstlicher Küche deutschlandweit etablieren. Binnen kurzer Zeit hat sie ein halbes Dutzend Filialen eröffnet. 2015 soll es gar 30 Coa-Lokale geben.

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Was für Kinder aus Europa Fischstäbchen mit Spinat sind, waren für Alexander und Constantin von Bienenstamm Dim Sum mit Pflaumensoße. Für die beiden in Hongkong geborenen Brüder kam bis zu ihrem zwölften Lebensjahr fast nur asiatisches Essen auf den Tisch. Denn in der Metropole gab es alles, was die asiatische Küche zu bieten hatte. Da lag es für die Brüder von Bienenstamm, als sie nach Frankfurt zogen, nahe, sich selbst im Berufsleben mit asiatischem Essen zu befassen. So entstand vor fünf Jahren das Unternehmen Coa.

Es ist Abend, und die Brüder sitzen in ihrem Restaurant im Frankfurter Einkaufszentrum „My Zeil“ auf Hockern an einem einfachen dunkelbraunen Holztisch, auf dem auf einem rechteckigen Teller eine gebratene und in dünne Scheiben geschnittene Entenbrust liegt. Während Constantin von Bienenstamm noch mit dem zarten Fleisch beschäftigt ist, erzählt sein Bruder Alexander noch ein bisschen mehr über die Idee von Coa, ein Akronym für „cuisine of asia“. Coa sei Systemgastronomie mit einem individuellen Touch.

Puristische Ausstattung

Deshalb sieht das Restaurant in „My Zeil“ genau so aus wie das an der Frankfurter Schillerstraße und wie das am Neumarkt in Wuppertal. Puristische Ausstattung, eine Speisekarte, die sich aus vietnamesischen, thailändischen, chinesischen und indischen Gerichten zusammensetzt, und eine offene Küche, die es den Brüdern besonders angetan hat, und die nach den Vorbildern der asiatischen Garküchen gestaltet ist. Rund ein Viertel der Fläche des Restaurants nimmt die quadratische Küche ein, in der gerade vier Angestellte damit beschäftigt sind, Frühlingsrollen zu frittieren und Soßen in kleine Schälchen zu füllen. Alle sind Asiaten; beim Personal treffen in diesem Lokal neun Nationen aufeinander. Der Umgang sei unkompliziert, sagt Alexander von Bienenstamm. Unkompliziert geht man auch mit dem Gast um, der auf der Speisekarte geduzt wird.

Nachdem die Familie von Bienenstamm wieder nach Deutschland kam und die Brüder hier Abitur machten, beschloss der Vater, sich im Allgäu ein kleines Restaurant zu kaufen. In Hongkong hatte er als Ingenieur gearbeitet, doch dann lockte ihn eben die Gastronomie. Die beiden Brüder waren von Anfang an im Betrieb dabei, kellnerten und halfen in der Küche aus. Studiert haben sie dann doch etwas ganz anderes: Constantin Nachrichtentechnik und Alexander Betriebswirtschaft. Und beide waren mit ihren späteren Berufen eigentlich ganz zufrieden.

Fast keine Systemgastronomien

Doch dann musste Alexander von Bienenstamm in dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen, in dem er inzwischen arbeitete, einen großen Systemgastronomen bewerten. Zum ersten Mal beschäftigte er sich mit dieser Welt. Dann erinnerte er sich an das leckere Essen seiner Kindheit und recherchierte, wie viele Systemgastronomien es mit asiatischer Küche gibt. Das Ergebnis: fast keine.

Sein Bruder Constantin war von der Idee, diese Lücke zu füllen, sofort überzeugt. Er war inzwischen Geschäftsführer des Restaurants seiner Schwester im Hochtaunus. Sollte das Projekt klappen, war für beide von Anfang an klar, dass es eine recht strikte Rollentrennung geben muss. Alexander kümmert sich um das Kaufmännische, Constantin um das operative Geschäft.

Ein erster Standort musste her. Beide waren inzwischen nach Frankfurt gezogen. Es bot sich ein Ladenlokal an der Schillerstraße an. Heute bezeichnen die Brüder den Standort als Glücksgriff, weil dort die Zielgruppe optimal vertreten sei: Kunden zwischen 20 und 40 Jahren, häufig Büromenschen, die auf Qualität achten, wenig Zeit haben, aber bereit sind, ein bisschen mehr Geld auszugeben. Es ist etwas teurer als beim China-Imbiss an der Ecke. Allerdings werden die Speisen aufwendiger präsentiert. Porzellanteller und Stäbchen statt Plastikteller und Styroporbox. Dennoch bleiben die Gäste nur rund 30 Minuten sitzen, wie man festgestellt hat. Das trägt natürlich zu einem guten Durchsatz bei. Und es ist vielleicht auch ein Grund dafür, warum ein Gast im Gästebuch auf der Internetseite von Coa eher von einem guten Thai-Express spricht als von einem Restaurant.

2015 soll es 30 Lokale geben

So oder so – das Konzept scheint aufzugehen. Eine Suppenküche und ein indischer Imbiss sind schon aus der obersten Etage in „My Zeil“ verschwunden, Coa ist geblieben und an diesem Freitagabend gut besucht. Oft sind die beiden Brüder in ihrer ersten Heimat in Fernost unterwegs, um sich neue Ideen zu holen. Zwei Mal im Jahr wird die Hauptkarte dann durchgesehen und gegebenenfalls geändert. Oft essen sie in ihrem eigenen Restaurant zu Mittag.

Neben den beiden Lokalen an der Schillerstraße und in „My Zeil“ gibt es noch ein Restaurant an der Kaiserstraße. Außerdem findet man Coa in Wuppertal, Mannheim und Berlin. Alles in allem beschäftigt das Unternehmen inzwischen 200 Mitarbeiter. Vor allem in der Wintersaison laufe das Geschäft im Center sehr gut, heißt es. Auf lange Sicht soll aber der Standort in Berlin, der mit rund 400 Quadratmetern doppelt so groß ist wie der im Einkaufszentrum an der Zeil, den meisten Umsatz bringen. Die Inhaber sind zwar zufrieden, aber natürlich wollen sie noch weiter expandieren. Schließlich war es die Möglichkeit des „Multiplizierens“, die sie an der Systemgastronomie gereizt hat. Dieses Jahr entstünden noch drei bis fünf neue Restaurants. 2015 soll es gar 30 Lokale geben, wobei die Brüder nun verstärkt mit Lizenznehmern nach dem Franchise-Prinzip zusammenarbeiten wollen. Immerhin schafft Coa etwas, was die klassischen China- und Thai-Imbisse wohl kaum je erreichen: Zwölf Prozent der Gäste sind Asiaten.

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