18.08.2010 · Der Rechenzentrumsbetreiber Interxion stellt sein neues Gebäude vor und kündigt schon das nächste an.
Von Thorsten Winter, FrankfurtDas helle Gebäude an der Hanauer Landstraße fällt nicht auf, doch es hat es in sich. Seine Notstromversorgung reicht für eine Kleinstadt mit 35.000 Einwohnern aus. Ein mit Diesel betriebenes Notstromaggregat erzeugt soviel Energie wie eines der größten Solarkraftwerke in Hessen. Die eingebaute Kühlung ist so stark, wie 110.000 Kühlschränke zusammen. Und das im Brandfall an Ort und Stelle verfügbare Löschgas füllt in etwa zehn Feuerwehrzüge, wie Peter Knapp sagt. Dabei dienen solche Daten für den Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH in Frankfurt mehr der Illustration seines Geschäfts, dem Betrieb von Rechenzentren.
Das Gebäude ist das sechste Rechenzentrum von Interxion in Frankfurt, weshalb es vom Unternehmen „Frankfurt 6“ genannt wird. Es bietet auf rund 1600 Quadratmetern Platz für Hochleistungsrechner etwa von Finanzdienstleistern oder Betreibern von Telekommunikationsnetzen. Knapp 18 Millionen Euro hat Interxion in „Frankfurt 6“ investiert. Jeder Quadratmeter Rechenzentrumsfläche auf einem Doppelboden schlug mit etwa 10.000 Euro zu Buche; hinzu kommen Nebenflächen wie Büros. Da Interxion laut Knapp mit exakt 18 Millionen Euro Baukosten gerechnet hatte, ist der Neubau im Gegensatz zu vielen anderen Immobilien letztlich günstiger errichtet geworden als gedacht. „Das gibt es noch“, meinte ein sichtlich zufriedener Geschäftsführer gestern bei der Präsentation von „Frankfurt 6“ vor der Presse.
Rechenzentrumsgesamtfläche verdoppeln
Interxion, einer von einem halben Dutzend Betreibern von Rechenzentren in Frankfurt, die nicht einem der großen Telekommunikationskonzerne oder einer Bank gehören, baut sein Flächenangebot aufgrund der weiter steigenden Nachfrage vor allem aus dem Kreis der Finanzdienstleister und Netzbetreiber aus, wie Knapp erläuterte. Diese zuvor errichteten fünf Rechenzentren sind „brechend voll“ mit Rechnern – unter anderem solchen, die dem Internetknoten-Betreiber De-Cix gehören.
Derzeit liegen unter dem Campus rund 5000 Kilometer Glasfaserkabel. Tendenz steigend: Jedes Jahr kommen bei Interxion an der Hanauer Landstraße nach den Worten Knapps rund 1000 Glasfaserkabel-Verbindungen hinzu.
Vor diese Hintergrund hat Interxion seine weitere Expansion in Frankfurt fest eingeplant. Wie Knapp sagte, werden noch in diesem Jahr Erweiterungen auf dem Campus in Angriff genommen.
Zudem sei eine Baugenehmigung für eine Fläche am Oberhafen beantragt, das Verfahren laufe noch. Dort hat Interxion rund 8000 Quadratmeter erworben, um „Frankfurt 7“ zu bauen. Dieses Vorhaben will Knapp nächstes Jahr verwirklichen. Mit „Frankfurt 7“ kann das Unternehmen seine Rechenzentrumsgesamtfläche von 15.000 Quadratmetern in etwa verdoppeln.