Ein, zwei Zentimeter machen manchmal den Unterschied. Der Postbeamte in der Filiale am Frankfurter Holzhausenpark erklärt, warum. Der wattierte Großumschlag passt mit 28 Zentimetern Breite nicht durch den 25 Zentimeter breiten Schlitz in der gelben Schablone. Damit prüft die Post, ob es sich noch um einen Maxibrief, der 2,20 Euro Porto benötigt, handelt oder schon um ein Päckchen, das mit 3,90 Euro freigemacht werden muss. Wer um diese Unterschiede weiß, kauft die Umschläge gleich passend ein oder klebt sie entsprechend ab, falls möglich.
Schlank packen, heißt die Devise. Und dies lohnt sich nicht nur bei der Deutschen Post. Viele andere Anbieter berechnen die Preise nicht nach dem Gewicht einer Sendung, sondern nach der Größe. Das heißt, selbst wenn das Paket wie beim Dienstleister GLS 40 Kilogramm schwer ist, die längste und die kürzeste Seite in der Summe aber nicht mehr als 35 Zentimeter ergeben, gilt noch der XS-Pack-Tarif für 4,10 Euro. Bei Hermes darf das kleinste Paket (4,30 Euro) 20 Kilogramm schwer sein (siehe Tabelle).
Das dichteste Filialnetz
Grundsätzlich gilt: Kleine und schwere Pakete sind bei den Postkonkurrenten oft günstiger. Bei großen, aber leichten Sendungen punktet die Paketpost-Tochter DHL. Mit Hilfe des Tarifrechners im Verbraucherportal www.posttip.de können Versender Preise vergleichen. Sie müssen dazu die Maße und das Gewicht der Sendung eingeben.
Über die Eingabe der Postleitzahl bei Posttip.de erfahren Verbraucher auch, welche Dienstleister es alternativ zur Post in der Nähe gibt. Meistens sind deren Paketshops Verkaufsstellen wie Tabakläden oder Getränkemärkten angeschlossen. Wir haben einmal für das Frankfurter Nordend die Probe gemacht, vier Anlaufstellen - ein Zoogeschäft (Partner von Hermes), einen Copy-Shop (DPD), einen Kiosk (GLS) und den Dienstleister Mail Boxes ( UPS) - im Umkreis von etwa zwei Kilometern gefunden. Diese haben wir mit einem zum Paket umfunktionierten Schuhkarton(33×21×15cm,2,5kg) aufgesucht.
Positiv war: In allen vier Anlaufstellen sind wir morgens sofort an die Reihe gekommen, wohingegen in der Post-Filiale am Holzhausenpark zwölf Personen vor uns in der Schlange standen. Diese wurde aber ruckzuck abgearbeitet. Freundlich bedient wurden wir überall - mit einer Ausnahme, beim GLS-Partner Rina Kiosk an der Rotlintstraße.
Der Nachteil: Paketshops wirken oft improvisiert, sie sind beengter als Postfilialen. Das ist dann lästig, wenn noch ein Paketschein ausgefüllt werden muss. Mitunter ist es aber auch lustig. Wann haben Nichthaustierbesitzer schon mal das Vergnügen, in Gesellschaft von Mäusen und Kanarienvögeln ein Paket auf die Reise zu schicken, so wie im Hermes-Shop bei Zoo Gärtner an der Berger Straße. Hermes hat neben DHL das dichteste Filialnetz in Deutschland und ist bei unserem 2,5-Kilo-Schuhkarton mit 4,30 Euro der günstigste Anbieter. Wer den Paketschein im Internet ausfüllt und ausdruckt, bekommt das Paket 40 Cent günstiger.
Drei Euro für drei Pakete - oder drei Euro pro Paket
Bei der Post-Tochter DHL müssten wir in der Filiale 6,90 Euro zahlen oder 5,99 Euro als sogenanntes Plus-Päckchen, bei dem der Kunde normalerweise Päckchen plus Porto zusammen kauft. Es sei aber auch die getrennte Frankierung möglich, heißt es. Am günstigsten ist das DHL-Paket mit Online-Frankierung: 5,90 Euro. Damit ist DHL aber trotzdem noch teurer als DPD (4,80 Euro), allerdings gleichauf mit GLS. Anders als beim DHL-Päckchen ist der Warenwert beim DHL-Paket bis zu 500 Euro versichert. Als Laufzeit geben die Anbieter in der Regel ein bis zwei Tage an.
Bequem in der Weihnachtszeit ist der Abholservice. Auch hier stehen die Zeichen auf Selbstbedienung. DHL-Kunden, die Paketschein und Porto im Internet ordern und die Sendung zu Hause oder am Arbeitsplatz abholen lassen, zahlen dafür, wenn sie kein Zeitfenster festlegen, nur einmalig drei Euro bei bis zu drei Paketen. Ab dem vierten Paket ist dieser Service sogar gratis. Wer sich die Paketmarke dagegen in der Filiale besorgt, muss pro Paket drei Euro zahlen. Auch GLS verlangt inzwischen bei Privatkunden nur noch vier Euro pro Anfahrt. Bisher gab es dieses Angebot nur für Geschäftskunden.

