27.07.2004 · Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im zweiten Quartal dank hoher Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf seiner Laborsparte VWR seinen Gewinn deutlich gesteigert. Nun erwartet Merck mehr Gewinn als zu Jahresbeginn.
Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im zweiten Quartal dank hoher Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf seiner Laborsparte VWR seinen Gewinn deutlich gesteigert. Seine Geschäftsprognose für 2004 hob Merck an.
„Das zweite Quartal brachte durch unseren Ausstieg aus dem Labordistributionsgeschäft, die EU-weite Zulassung für unser erstes Onkologieprodukt Erbitux sowie den soliden Aufwärtstrend bei Liquid Crystals viele positive Veränderungen für Merck,“ kommentierte Merck-Chef Bernhard Scheuble am Dienstag die Entwicklung im zweiten Quartal. Nach Steuern sprang der Gewinn auf 364,4 Millionen Euro von zuvor 83,7 Millionen Euro ein Jahr zuvor nach oben.
2,1 Prozent mehr Gewinn im Alltagsgeschäft
Das operative Ergebnis ohne VWR legte vor allem dank eines florierenden Geschäfts mit Flüssigkristallen um 2,1 Prozent auf 176,6 Millionen Euro zu. Merck erwarte nun für 2004 ein Gewinnplus nach Steuern von mindestens 150 Prozent, statt wie bislang von 50 bis 100 Prozent. Das operative Ergebnis solle prozentual einstellig wachsen. Für die zweite Jahreshälfte geht Merck von einem einstelligen Umsatzplus im Konzern aus.
Merck verbuchte im zweiten Quartal Veräußerungsgewinne von 293 Millionen Euro aus dem Verkauf von VWR und von 47 Millionen Euro aus dem Verkauf der Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Biomer. Merck hatte im Februar angekündigt, seine Laborversorgersparte VWR International für umgerechnet gut 1,3 Milliarden Euro an die US-Investmentgesellschaft Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) zu verkaufen. Mit der Veräußerung hatte sich Merck von rund einem Drittel seines Konzernumsatzes getrennt und konzentriert sich nun stärker auf seine Kerngeschäfte in den Bereichen Pharma und Spezialchemie.
Pharmasparte unter Druck
Im Pharmageschäft sank das operative Ergebnis im zweiten Jahresviertel um 41 Prozent auf 64 Millionen Euro. In seiner Pharmasparte kämpft Deutschlands ältester Pharmakonzern unter anderem mit Nachahmer-Konkurrenz für seinen einstmaligen Umsatzträger, das Diabetes-Mittel Glucophage. In der Chemiesparte nahm dagegen der operative Gewinn vor allem dank der weiterhin starken Nachfrage nach Flüssigkristallen um 60 Prozent auf 124 Millionen Euro zu. Merck ist Weltmarktführer bei Flüssigkristallen, die etwa in TV-Flachbildschirmen oder etwa in Handy-Displays zum Einsatz kommen.