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Opel Rüsselsheim verliert womöglich 2500 Stellen

25.11.2009 ·  Der Unternehmenssitz der Adam Opel GmbH wird womöglich unter General Motors einen erheblich größeren Stellenabbau hinnehmen müssen, als seinerzeit von Magna geplant.

Von Manfred Köhler, Rüsselsheim
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Der Unternehmenssitz der Adam Opel GmbH wird womöglich unter General Motors einen erheblich größeren Stellenabbau hinnehmen müssen, als seinerzeit von Magna geplant. Klaus Franz, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Opel, sagte am Mittwoch nach einem Gespräch mit General-Motors-Europa-Chef Nick Reilly, der Konzern wolle in Rüsselsheim 2500 Stellen abbauen. Magna hatte in seinem Konzept das Streichen von gut 1400 Arbeitsplätzen vorgesehen. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) äußerte nach einem Gespräch mit Reilly am Mittwoch aber zumindest die Hoffnung, es werde in Rüsselsheim keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Obwohl General Motors (GM) Rüsselsheim durch die Verlagerung seiner Europazentrale von Zürich dorthin stärkt, soll auch der hessische Standort darunter leiden, dass der Automobilkonzern beim Stellenabbau die Lasten auf die verschiedenen Länder Europas anders verteilt, als es Magna geplant hatte. Der österreich-kanadische Autozulieferer hatte seinerzeit beabsichtigt, in ganz Europa nahezu 11.000 der gegenwärtig 46.000 Arbeitsplätze zu streichen, davon 4100 in Deutschland. Reilly sprach gestern zwar lediglich vom Abbau von 9000 Stellen in Europa, doch sollten davon 50 bis 60 Prozent auf Deutschland entfallen, also bis zu 5400.

Noch heißt es: 15.600 Mitarbeiter in Rüsselsheim

Die von Franz genannten Zahlen wichen davon etwas ab, er sprach vom Abbau von 8700 Stellen in Europa und 4900 in Deutschland. Doch war er es, der nach einem Agenturbericht diese Zahl weiter aufschlüsselte: Im einzelnen sehe der Plan vor, in Rüsselsheim knapp 2500 Stellen abzubauen, in Bochum 1800 und in Eisenach und Kaiserslautern jeweils 300. Weiter hieß es von Franz, von den Stellen in Rüsselsheim entfielen 862 auf die Produktion, 1300 auf die Verwaltung.

Video: GM will bis zu 5.400 Opel-Stellen streichen

An zusätzlichen Details fehlte es am Mittwoch, auch daran, welche Rolle in diesen Berechnungen der Zuzug von 150 Mitarbeitern durch die Verlagerung der Zentrale von Zürich nach Rüsselsheim spielt, der schon bis Jahresende abgeschlossen sein soll. Die Zahl der Mitarbeiter in Rüsselsheim wird gegenwärtig von Opel mit 15.600 angegeben.

Beitrag der Mitarbeiter und Hilfe von den Regierungen

Die Arbeitnehmervertreter von Opel kündigten an, den Sanierungsplan nicht hinzunehmen. „Der Betriebsrat und die IG Metall werden dieses Vorgehen, die Sanierung von Opel in Europa zulasten von Deutschland und Belgien durchzuziehen, nicht akzeptieren“, sagte Franz nach dem Gespräch mit Reilly in Rüsselsheim.

Ein endgültiges Ergebnis zum Personalabbau erwartet Reilly Mitte Dezember. Bis dahin werde es Gespräche mit den Beschäftigten geben. „Wir werden schwierige Entscheidungen treffen müssen“, sagte der Interims-Chef von Opel. „Wir erwarten einen Beitrag der Mitarbeiter und hoffen, Hilfe von den Regierungen zu bekommen.“ Der Manager drängte die Arbeitnehmervertreter zu einem schnellen Entgegenkommen. Bis Mitte Dezember werde General Motors „keine einseitigen Fakten“ schaffen.

Nach einem Gespräch von Reilly und Koch am Morgen hatte es noch geheißen, am Stammsitz in Rüsselsheim sollten ähnlich viele Arbeitsplätze wegfallen wie im Konzept von Magna vorgesehen. Koch hatte abermals hervorgehoben, in der Frage von Staatshilfen werde es keine Sonderbehandlung für Opel geben. Ein Antrag von General Motors werde geprüft wie der jedes anderen Unternehmens, hieß es nach einem Agenturbericht. Erst müssten aber die Pläne vorliegen. Auch ein Wettlauf um Subventionen werde es mit dem Land Hessen nicht geben, sagte Koch. Er hoffe, dass Wege für eine größere Eigenständigkeit von Opel gefunden werden könnten. Genau dies forderte gestern auch der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Thorsten Schäfer-Gümbel. „Opel muss aus industriepolitischen und regionalen Gründen als Denk- und Zukunftswerkstatt einer innovativen Automobilindustrie ausgebaut werden.“

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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