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Neue Chefin, neue Linie Fitnesskur für die Fitness Company

11.08.2008 ·  Neue Zentrale an der Hanauer Landstraße, neues Studio an der Zeil, neuer Name überall. Die neue Geschäftsführerin Zillah Byng-Maddick krempelt die Frankfurter Fitness Company um. Nun will sie mit Billigangeboten und Edelangeboten Kunden gewinnen.

Von Tim Kanning
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Ein zwanzig Meter langes Schwimmbecken, eine große Dachterrasse, Saunen und natürlich Sportgeräte in langen Reihen. In der obersten Etage des Palais Quartier, das derzeit an der Zeil in den Himmel wächst, soll das zweitgrößte Fitnessstudio des Frankfurter Unternehmens Fitness Company in Deutschland Leibesertüchtigungen mit Aussicht bieten. Allerdings wird die Kundschaft hier nicht mehr unter dem wohlbekannten Namen schwitzen. Denn bis die Pracht-Muckibude im März ihre Türen öffnet, sollen längst alle Sportstudios der Fitness Company Freizeitanlagen GmbH in Fitness First umbenannt sein.

Damit wird fortan auf den ersten Blick deutlich, dass die Gesellschaft, die 1990 ebenfalls an der Zeil ihre erste Niederlassung eröffnete, zum nach eigenen Angaben weltweit größten Studiobetreiber Fitness First gehört. 550 Clubs in 22 Ländern, davon zwölf im Rhein-Main-Gebiet, und 1,6 Millionen Kunden zählt die Kette. Im Jahr 2005 hatte das englische Unternehmen die Frankfurter vollständig übernommen. Seit Februar werden die Geschäfte im deutschen Hauptsitz an der Kennedyallee von Zillah Byng-Maddick geführt, die zugleich Finanzvostand des Konzerns ist. Und der Name ist bei Weitem nicht das einzige, was die resolute Schottin ändert.

1500 festangestellte Mitarbeiter

„Als ich hierher kam, war das Unternehmen überfüttert“, sagte sie gestern. „Ich musste es erstmal auf Diät setzen.“ Jeder fünfte Arbeitsplatz in der Deutschlandzentrale fiel der Schlankheitskur zum Opfer, heute arbeiten dort noch 180 Frauen und Männer. In den Studios hingegen sei die Mitarbeiterzahl nahezu konstant geblieben, 1500 Festangestellte und 2500 freie Mitarbeiter kümmerten sich dort um die schwitzende Kundschaft. Medienberichte aus dem Frühjahr, wonach die neue Chefin die Mitarbeiter daran gehindert habe, einen Betriebsrat aufzubauen, wies Byng-Maddick zurück. Betriebsräte gebe es in der Zentrale wie auch in zehn der deutschen Studios. Über wöchentliche Nachrichten per Internetblog versuche sie regelmäßig in Kontakt mit ihren Mitarbeitern zu bleiben.

Nicht nur Abspecken, sondern – um in der Teminologie zu bleiben – auch einen neuen Fitnessplan hat Byng-Maddick dem Unternehmen verschrieben. „Wir wollen in alle Märkte“, sagt sie. Und so werden aus den bislang neun Studio-Sorten von September an fünf, die alle – nach Preisklassen unterteilt – eine bestimmte Zielgruppe ansprechen sollen.

Zehn Prozent der 109 deutschen Filialen sollen zu sogenannten Expressstudios umgewandelt werden. Für eine relativ niedrige Grundgebühr von vielleicht 15 Euro – die genauen Preise werden noch ausgearbeitet – können Kunden hier Mitglied werden und zahlen dann nochmal rund einen Euro jedes Mal, wenn sie das Studio nutzen. Damit will Byng-Maddick vor allem dem Billig-Konkurrenten McFit in die Quere kommen. „Aber wir werden immerhin noch eine Dusche anbieten“, sagt sie. In Frankfurt werde wohl keines der Studios zum Discounter.

Ein Studio für vier Millionen Euro

Aber auch am anderen Ende der Preisskala will Fitness First nicht nur zusehen, wie Anbieter wie Holmes Place die zahlungsfreudigere Kundschaft mit Edel-Fitness-Einrichtungen gewinnt. So soll der neue Club im Palais Quartier nicht nur das zweitgrößte deutsche Studio sein, sondern auch eines der ganz wenigen auf der Welt, die eine Extrazone für „Black-Label“-Kunden bietet. Eigene Saunen und Umkleidekabinen, freie Parkplätze sowie frisch gewaschene Handtücher soll es hier geben, für Sportler, die für ihre Muskelübungen im Monat 109 Euro zahlen können und wollen. Das ganze Studio in dem neuen Einkaufszentrum an der Zeil kostet laut Byng-Maddick vier Millionen Euro. In Berlin, wo der erste „Black-Label“-Club im Oktober eröffnet werden soll, hätten sich bereits 500 Männer und Frauen für das Luxusangebot angemeldet, sagt Byng-Maddick und zeigt sich zufrieden. Auf lange Sicht gehe sie davon aus, dass fünf Prozent der Kundschaft das hochwertige Angebot nutzen würden.

In Frankfurt baut das Unternehmen auch noch an anderer Stelle. Auf dem Raab-Karcher-Gelände Hanauer Landstraße 150 entsteht die neue Deutschlandzentrale der Fitness Company, die offiziell weiter unter diesem Namen firmieren wird, auch wenn außen überall umbeschildert wird. Während der Besitzer des Gebäudes 14 Millionen Euro in den Neubau investiere, schieße der Studiobetreiber weitere 3,5 Millionen Euro dazu. Neben den Büros soll auch hier ein neues Fitnessstudio Platz finden.

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Jahrgang 1982, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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