22.01.2010 · Fraport-Chef Schulte hat sich für die Einführung von Körperscannern an deutschen Flughäfen ausgesprochen. Solche Geräte, wie sie etwa das Wiesbadener Unternehmen Smith Heimann herstellt, „würden einen wesentlichen Fortschritt für die Sicherheit bringen“, meint er.
Fraport-Chef Stefan Schulte hat sich für die Einführung von Körperscannern an deutschen Flughäfen ausgesprochen. „Körperscanner würden einen wesentlichen Fortschritt für die Sicherheit bringen“, sagte Schulte der „Süddeutschen Zeitung“. „Wir kontrollieren heute noch an den Flughäfen mit Methoden wie vor 20 Jahren.“ Die Kontrolle dauere bei den neuen Geräten im Durchschnitt 20 Sekunden pro Passagier. „Die heutigen Geräte im USA-Verkehr liegen bei 40 bis 60 Sekunden, man könnte also auch wesentlich mehr Passagiere in kürzerer Zeit und mit mehr Komfort kontrollieren.“
Über die Sicherheitsgebühren müssten die Passagiere die bis zu 120.000 Euro teuren Geräte letztlich bezahlen, sagte Schulte. „Aber es ist eine sinnvolle Investition, die letztlich pro Passagier auch günstiger wird.“ Körperscanner werden etwa vom Wiesbadener Unternehmen Smith Heimann hergestellt (Körperscanner: Wiesbadener suchen die Bombe am Körper ).
„Abtasten nicht größerer Eingriff in Persönlichkeitsrechte?“
Probleme mit Persönlichkeitsrechten bei den Körperscannern sieht der Chef des größten deutschen Flughafens nicht. „Ist es nicht ein viel größerer Eingriff, wenn man am ganzen Körper abgetastet werden muss?“ Die neue Generation der Scanner stelle schemenhaft den Körper durch Piktogramme dar. „Die Technologie ist so weit fortgeschritten, dass die Mitarbeiter kein konkretes Abbild der Menschen sehen.“
Die Sicherheitspanne am Münchner Flughafen, bei der ein Mann mit seinem auf Sprengstoff-Sensoren ansprechenden Laptop in den Sicherheitsbereich entwischen konnte, nannte Schulte einen „Fehler im Einzelfall“ und „eben keine Sicherheitslücke“. „Normalerweise stehen Polizisten dahinter, die hätten einschreiten müssen.“ Die anschließende Räumung des Terminals in München sei richtig gewesen. „In Frankfurt hätten wir genauso gehandelt.“