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Nach der Übernahme Verhaltene Erleichterung bei Karstadt-Mitarbeitern

08.06.2010 ·  Die Nachricht von der Übernahme von Karstadt durch den Investor Berggruen ist unter Frankfurter Mitarbeitern der Handelskette mit Erleichterung aufgenommen worden. Laut Verdi sind betriebsbedingte Kündigungen bis September 2011 ausgeschlossen.

Von Tim Kanning
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Das Zittern scheint ein Ende zu haben. Zwar wollen viele Mitarbeiter in der Karstadt-Filiale an der Frankfurter Zeil dem Frieden noch nicht so recht trauen. Doch der deutsch-amerikanische Privatinvestor Nicolas Berggruen, der am Nachmittag den Kaufvertrag zur Übernahme der insolventen Kaufhauskette unterzeichnet hat, ist für die meisten von ihnen die beste Lösung. Das endgültige Aus für die Handelskette scheint damit abgewendet, nach einem Jahr des Bangens werden die neuen Besitzverhältnisse „grundsätzlich erstmal positiv“ aufgenommen, wie es eine Mitarbeiterin der Zeil-Filiale ausdrückte.

Berggruen hatte im Bieterverfahren zugesagt, dass keine weiteren Einschnitte auf die Beschäftigten zukommen sollen und keine Standorte geschlossen werden. Damit hatte er sich deutlich abgesetzt von den beiden anderen Bietern, die bis zuletzt im Rennen waren. Der Frankfurter Finanzinvestor Triton hatte angekündigt, nicht so profitable Flächen zu schließen und bis zu 4000 Stellen streichen zu wollen, wenn er zum Zuge käme. Das Konsortium Highstreet, dem die meisten Karstadt-Gebäude gehören, hat nach Gewerkschaftsangaben auf längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich gedrungen.

13 Filialen in Hessen

Wäre die Metro-Gruppe zum Zuge gekommen, die immer wieder als Interessent gehandelt wurde, wären wohl viele Karstadt-Häuser mit den Kaufhof-Geschäften des Handelskonzerns zusammengelegt worden. Solche Hiobsbotschaften waren in den vergangenen zwölf Monaten immer wieder aufgekommen, immer wieder mussten die rund 2500 Männer und Frauen, die in den 13 hessischen Karstadt-Häusern beschäftigt sind, um ihre Arbeitsplätze und ihre Zukunft bangen.

Bernhard Schiederig, der bei der Gewerkschaft Verdi für den Handel in Hessen zuständig ist, heißt die Entscheidung für Berggruen ebenfalls gut. „Damit ist sichergestellt, dass Karstadt selbständig und als Ganzes erhalten bleibt“, sagte der Gewerkschafter. Darüber hinaus habe Berggruen zugesagt, dass der bestehende Sanierungs-Tarifvertrag, der noch bis September 2011 laufe, weiter eingehalten werde. „So lange der läuft, gibt es keine betriebsbedingten Kündigungen“, sagte Schiederig.

Schweigen in Wiesbaden

Die erfolgreiche Übernahme der Warenhauskette steht noch unter dem Vorbehalt, dass Berggruen die Mietminderungen durchsetzen kann, die er sich erhofft. Dazu werden nun harte Verhandlungen mit dem bisherigen Konkurrenten im Bieterverfahren Highstreet erwartet. Auch das Kartellamt muss der Übernahme noch zustimmen.

Entsprechend verhalten ist auch noch der Optimismus bei vielen der Mitarbeiter. Im Karstadt-Haus an der Wiesbadener Kirchgasse will sich noch keiner der Mitarbeiter zum neuen Eigentümer äußern – „nicht ehe alles in trockenen Tüchern ist“, sagt eine Verkäuferin.

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Jahrgang 1982, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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