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Nach dem Wegzug von Radeberger Neue Chancen für Licher

15.05.2009 ·  Binding und Henninger sind künftig keine Frankfurter Biere mehr, sondern „nur“ noch hessische. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Licher seine Position in Frankfurt stärkt.

Von Thorsten Winter
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Der bevorstehende Wegzug der Binding-Mutter Radeberger vom Sachsenhäuser Berg eröffnet anderen Brauereien neue Chancen in Frankfurt. Schließlich ist Binding in der Werbung klar positioniert worden: „Überall in Frankfurt zu Hause“, lautet das Motto. Damit ist es aber bald vorbei: Zwar werden Römer Pils und andere Binding-Biere auch künftig in Frankfurt verkauft werden, doch eben nicht mehr dort gebraut. Binding büßt den Nimbus der ortsansässigen Brauerei ein, was auch die schwächelnde Marke Henninger nicht stärken dürfte.

„Binding und Henninger sind hier verwurzelt“, lautete ein Argument des langjährigen Radeberger-Chefs Ulrich Kallmeyer für den Bau einer Braustätte mit Konzernzentrale, Logistikdrehscheibe und Markenwelt in Frankfurt. Die Alternative, im Umland zu bauen, nannte er einmal „unangenehm“. „Das wäre nicht nur marken-, sondern auch wettbewerbstechnisch nicht unproblematisch.“ Denn mit der Stadt, auf die die Werbung zugeschnitten ist, verwurzelt zu sein, sei eine Frage der Glaubwürdigkeit, wie Branchenexperten sagen. Binding und Henninger werden künftig aber keine Frankfurter Biere mehr sein, sondern „nur“ noch hessische. So wie Licher.

Licher ist Exklusivpartner beim Turnfest 2009

Insofern dürfte dem Marktführer „aus dem Herzen der Natur“ der Wegzug des Mitbewerbers zupasskommen. Bisher kam Licher beim Mainuferfest mit der Begründung nicht zum Zuge, dass die ortsansässige Brauerei bevorzugt werde. Bald wird dieses Argument hinfällig sein. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Licher seine Position in Frankfurt stärkt – als Partner von Eintracht und FSV tritt die Brauerei schon auf. Außerdem ist Licher Exklusivpartner beim Turnfest 2009 und auch in der Gastronomie sehr präsent, in der die Radeberger-Marken derzeit fast jede zweite Adresse beliefern sollen.

Die Frankfurter Marken nicht in Frankfurt zu brauen ist jedoch grundsätzlich möglich. Denn anders als Licher sind Binding und Henninger keine Herkunftsbezeichnungen. Und mehr Umsatz als diese regionalen Marken spielt ohnehin Schöfferhofer Weizen ein.

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Jahrgang 1967, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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