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Modellautoanbieter auf IAA : Die Kleinen kommen alle aus China

Eine Seltenheit: Modellautostand auf der Automobilausstellung in Frankfurt. Bild: Helmut Fricke

An den üblichen Ständen der IAA darf man sich höchstens in Autos setzen, bei Martin Kosmann kann man sie gleich mitnehmen: Er ist auf der Messe einer der letzten Modellauto-Anbieter.

          Der kleine Mann aus Japan lächelt zufrieden. Er hat drei seltene Modelle des alten Porsche 911 gefunden. Nein, nein, er sei zwar ein großer Porsche-Fan, die Modelle seien aber für seine Kinder. Für die Söhne? Nein, Töchter.

          Jochen Remmert

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie auch immer. Das Gros der Kunden von Martin Kosmann ist jedenfalls männlich, mindestens 25, oft darüber, meist sogar ganz erheblich. Und diese Männer kaufen die kleinen Jaguars, Mini Coopers, 2 CVs, Ferraris, Käfer und Porsches eben nicht für ihre Söhne, geschweige denn für kleine Töchter. Sie kaufen sie alleine für sich. Kosmann ist einer der letzten Anbieter von Modellautos auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt.

          „Früher war mehr Konkurrenz“

          Gut 100 Hersteller aus etlichen verschiedenen Ländern hat er im Sortiment. Eines aber haben alle gemeinsam: Sie werden längst allesamt in China hergestellt. Anders seien die Preise gar nicht zu realisieren. „Ein Modell, das Sie hier für 59,95 Euro kaufen können, würde Sie dann schnell 300 Euro und mehr kosten“, sagt der Händler aus Senden im Münsterland. „Früher war mehr Konkurrenz, und das war gut so“, berichtet Kosmann weiter. Wenn klar sei, dass viele große Anbieter von Modellautos zu einer Veranstaltung kämen, locke das auch Sammler an. So aber sei er mit zwei Ständen der letzte größere Anbieter auf der Frankfurter Autoschau. Nur ein kleinerer Stand ist Miniaturautos ist noch auszumachen, das war’s.

          Entsprechend sind es auf der IAA auch eher Zufallskunden, die bei Kosmann kaufen, weniger die passionierten Sammler. Die sind eher auf den großen Oldtimermessen wie der Techno Classica in Essen anzutreffen oder auf entsprechenden Veranstaltungen im Ausland, in Paris etwa, wo Kosmann ebenfalls schon verkauft hat.

          Viele Verkäufe über das Internet

          Trotzdem will der Münsterländer auch in Zukunft auf die Frankfurter Automobilausstellung kommen. Denn neue Sammler ließen sich – wenn überhaupt – nur gewinnen, wenn sie einmal so eine detailgetreue Miniatur, von denen die sehr aufwändig gemachten schon einmal um die 300 Euro kosten, tatsächlich in die Hand nehmen könnten, ist er sich sicher. Ungeachtet dessen verkauft er inzwischen längst viele seiner Autos über seinen Internet-Shop namens Modelissimo.

          Am Ende der IAA werde er wohl rund 5000 der kleinen Autos je Stand verkauft haben, sagt Kosmann. Angesichts von Preisen zwischen 4,00 und 300 Euro je Stück eine ganze Menge. Der Gewinn wird in der Branche mit 20 bis 50 Prozent beziffert. Offiziell mögen Kaufleute naturgemäß nicht über Umsatz, Marge und Gewinn reden, das gilt natürlich auch für Kosmann. „Die Konkurrenz würde sich freuen“, lacht er. Deutlich weniger sei es jedenfalls geworden.

          Hohe Kosten für Stellplatz

          Dass die Konkurrenten inzwischen lieber zu Hause bleiben, wird schnell nachvollziehbar, wenn Kosmann über die Kosten für seinen Stand auf der IAA spricht. Rechne man die Miete für einen Stellplatz von je 60 Quadratmetern, die Miete für das Zelt, die Hotelkosten, den Sprit und sämtliche anderen Nebenkosten zusammen, koste ihn die Teilnahme an der IAA je Stand rund 15 000 Euro. Die müsse man erst einmal einspielen, bevor man den ersten Euro verdiene.

          Um die eigene Marge zu vergrößern, hat der Mann aus dem Münsterland inzwischen mit KK-Scale eine eigene Marke für Modellautos auf den Markt gebracht. Dort finden sich Oldtimer-Raritäten wie ein 1949er Hebmüller Cabrio von Volkswagen im Maßstab 1:18 und der inzwischen fast ebenso seltene Youngtimer Alfasud von Alfa Romeo, dessen orginalgroße Vorbilder inzwischen fast alle längst vom Rost zerfressen wurden.

          Im Sortiment hat Kosmann auch den legendären Samba VW Bus mit den charakteristischen acht kleinen Dachfenstern für 69,95 Euro. Bedenkt man, dass das Original in gutem Zustand inzwischen 100 000 Euro und mehr kosten kann, ist das Sammeln der Modelle ein familienverträglicher Spleen.

          Quelle: F.A.Z.

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