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Messe Wenigstens der Markt der Klingeltöne boomt

28.03.2006 ·  Die Musikmesse und die Messe für Bühnentechnik „Prolight and Sound“ haben in Frankfurt eröffnet. Doch die Branche wird auch in diesem Jahr mit bescheidenen Zuwachsraten auskommen müssen.

Von Manfred Köhler
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Es ist ja nicht so, daß sich die Jugend nicht mehr für Musik interessiert. Sie drückt ihre Zuneigung nur anders aus als die Altvorderen. Und so meldete der Dachverband Musikwirtschaft und Veranstaltungstechnik gestern, daß sich die Musikverlage in Deutschland besonders über das Wachstum des Marktes für Klingeltöne freuen, die sich Mädchen und Jungen auf ihr Handy laden.

Die Verlage, die sich früher einmal darauf beschränkten, Noten zu drucken, profitieren von den Klingeltönen insofern, als sie die Rechte dazu an die Unternehmen vergeben, bei denen sich derlei dann gegen Entgelt abrufen läßt. Angeblich haben die Deutschen schon 2004 an die 247 Millionen Euro dafür ausgegeben, für 2005 waren 360 Millionen angestrebt - aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor. Weltweit soll der Markt ein Volumen von drei Milliarden Euro haben.

Stabile Umsätze

Auf der heute eröffnenden Musikmesse in Frankfurt, die gestern Anlaß für die Äußerungen des Dachverbands waren, geht es freilich durchaus auch um richtige Musik. Wer allerdings auf konventionelle Technik spezialisiert ist, kann mit vergleichbaren Zuwachsraten nicht aufwarten. Der Bundesverband Klavier freut sich schon, daß der Absatz in Deutschland im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent stieg, die Musikinstrumentenindustrie meldet für 2005 lediglich stabile Umsätze.

Auch die Musikverleger mußten sich am Ende mit einer Umsatzsteigerung von lediglich 1,4 Prozent bescheiden, denn dem Wachstum bei den Klingeltönen stand der Rückgang im sogenannten Tonträgermarkt gegenüber, also vor allem dem Verkauf von CDs. Immerhin können sich die Hersteller von Klavieren und anderen Musikinstrumenten über einen lebhaften Export freuen, weshalb sie zuversichtlich auf das laufende Jahr blicken. „Angesichts des schwächer werdenden Euro entspannt sich die Situation auf den Exportmärkten und auf den Inlandsmärkten scheint die Talsohle durchschritten“, äußerte Christian Blüthner-Haessler, Vorsitzender des Dachverbands.

Öffnung der Fachmesse für das Publikum

Die Musikmesse selbst will die Zuversicht noch verstärken. „2006 ist ein großes Jahr für die Musik und das Musizieren: Das musikalische Gedenken an Mozart, an Schumann und Schostakowitsch setzt viele kreative Impulse für die Kunst und die Branche frei“, äußerte gestern Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH. „Die Musikmesse treibt dies mit ihrer Energie maßgeblich voran.“

Die Zahl der Aussteller stieg gegenüber dem vergangenen Jahr um drei Prozent auf 1561; sie kommen aus 51 Ländern. Wie stets ist die Veranstaltung mit der Messe „Prolight and Sound“ für Bühnentechnik verbunden, zu der sich weitere 766 Aussteller angemeldet haben. Bis Freitag hat nur das Fachpublikum Zutritt - und daß, obwohl schon an diesen Tagen bekannte Musiker wie Toto und Juli kommen. Am Samstag darf dann jeder auf das Messegelände - für Frankfurt der immer noch seltene Fall der Öffnung einer Fachmesse für das breite Publikum.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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