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Mehr Geld für Tourismusgesellschaft Reisender, kommst Du nach Frankfurt

17.12.2009 ·  Frankfurt stockt Personal und Budget der Tourismus- und Kongress-Gesellschaft auf. Im neuen Jahr soll vor allem um Kongresse geworben werden, aber auch um Touristen, die heute „kleine Marktsegmente“ darstellen. So wird es Stadtführer für Schwule und Lesben geben.

Von Jacqueline Vogt
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Urlaubsreisende kommen vor allem der Veranstaltungen wegen nach Frankfurt. Sie mögen die Architektur und das Stadtbild, gehen gerne essen und haben selten die Absicht, wiederzukommen. Diese Zusammenfassung einer Studie, für die das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut ein Jahr lang Material gesammelt hatte, hatten die Stadt Frankfurt und die städtische Tourismus- und Kongress-Gesellschaft (TCF) im Sommer dieses Jahres bei zweiten Frankfurter Tourismustag im Römer vorgestellt. Dass die Zahl der Geschäftsreisenden nach Frankfurt 2009 wesentlich stärker gesunken sei als die der Individualreisenden, sagte TCF-Geschäfstführer Thomas Feda, als er den Marketingplan seiner Gesellschaft für 2010 vorstellte.

Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise, aber auch der immer heftiger werdenden Konkurrenz der Städte und Regionen untereinander, werde die Gesellschaft neue Arbeitsschwerpunkte setzten, sagte Feda. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Gründung des Frankfurt Convention Bureau, das sich von Januar nächsten Jahres an mit fünf Mitarbeitern nur mit Tagungs- und Kongressakquise beschäftigen werde.

Vier Milliarden Bruttoumsatz

Auf die Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft in Frankfurt und auf seine Bedeutung als eigener Wirtschaftsfaktor wies bei der Vorstellung des Marketingplanes der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) hin. Fast vier Milliarden Euro Bruttoumsatz resultierten jedes Jahr aus touristischer Nachfrage. Den Beitrag zum städtischen Steueraufkommen aus Gewerbe-, Grund-, Lohn- und Einkommenssteuer bezifferte er mit rund 85 Millionen Euro und das „tourismusinduzierte Beschäftigungsvolumen“ mit knapp 58.000 Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Aus der Krise und der in ihrer Folge nachlassenden Reisetätigkeit werde Frankfurt zum Jahresende voraussichtlich „gut rausgekommen sein“, sagte er. Dies vor allem wegen Privatreisen nach Frankfurt, die einen Teil des Einbruchs im Geschäftstourismus hätten kompensieren können. Nach Jahresabschluss Ende dieses Monats werde wohl ein Gesamtrückgang „im einstelligen Prozentbereich“ festgestellt werden können, meinte Feda. Von Januar bis Juni waren in Frankfurt 2,58 Millionen Übernachtungen gezählt worden, 1,43 Millionen Mal hatten Gäste aus Deutschland die Betten belegt.

Mehr Angebote für Radfahrer

Touristen aus dem Inland will die TCF mit einer Ausweitung ihrer Werbung gewinnen, die stärker als bisher auf Zielgruppen zugeschnitten sein soll; auch auf solche die, wie Feda sagte, bislang nur kleine Marktsegmente repräsentierten. Als Beispiel nannte er Fahrradreisende und die Tatsache, dass Frankfurt wie andere Großstädte auch einen Stadtführer für Schwule und Lesben herausgeben werde. Solche Angebote, sagte Markus Frank, trügen, wenn nicht zu unmittelbaren Erfolgen, dann aber zur Imagebildung Frankfurts als einer Stadt bei, die weitaus mehr zu bieten habe, als die häufige sprachliche Reduzierung auf den Finanzplatz Frankfurt erkennen lasse. Dass es gelingen könne, eingeführte Veranstaltungen etwa solche aus der aus Kreativwirtschaft nach Frankfurt zu holen, die bislang anderswo stattfanden, habe unter anderem die Anwerbung des Art-Directors-Club-Festivals gezeigt.

Keine Werbung ohne Geld: Die TCF könne für ein positives Bild der Stadt nur dann effizient arbeiten, wenn sie ausreichend Mittel habe, weswegen der städtische Zuschuss abermals erhöht werde, sagte der Wirtschaftsdezernent. Nach 1,5 Millionen Euro in diesem Jahr werde die Stadt Frankfurt 2010 voraussichtlich drei Millionen Euro zum Haushalt der TCF zuschießen. Innerhalb dreier Jahre wird sich die Finanzhilfe der Stadt damit gut verdreifacht haben. „Wir spielen jetzt in einer Liga mit den anderen großen Städten in Deutschland“ , sagte Feda. Das Budget der TCF beläuft sich in diesem Jahr auf rund sechs Millionen Euro, der erwirtschaftete Umsatz wird nach Worten Fedas 4,5 Millionen Euro betragen; die damit verbundene Eigenfinanzierungsquote sei einmalig in Deutschland.

Neu: „ein hochwertiges Apfelweinfestival“

Im Convention Bureau sollen vor allem potentielle Kunden in asiatischen Ländern inklusive Südkorea angesprochen werden, aus denen schon heute große Teile der internationalen Gäste stammten. Potential versprechende Zukunftsmärkte seien darüber hinaus Indien, die arabischen Golfstaaten, auch Brasilien. Um dort Kunden zu gewinnen, werden TCF-Mitarbeiter häufig reisen. Ankömmlingen in Frankfurt will Feda ein neues Volksfest bieten: Im August soll auf dem Roßmarkt „ein hochwertiges Apfelweinfestival“ inszeniert werden.

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Jahrgang 1962, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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