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Luftverkehr Ausbau verzögert sich um Jahre

25.05.2004 ·  Der Ausbau des Frankfurter Flughafens wird sich vermutlich um zwei oder drei Jahre verzögern. Betreiber Fraport hält sich noch bedeckt, die Lufthansa hat bereits reagiert.

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Der Ausbau des Frankfurter Flughafens verzögert sich nach Angaben aus Kreisen der am Verfahren Beteiligten um mindestens zwei Jahre. Die neue Start- und Landebahn könne nach derzeitigem Stand der Dinge damit nicht wie geplant 2007, sondern erst etwa 2009 in Betrieb gehen, hieß es aus den Kreisen.

Der Flughafenbetreiber Fraport lehnte einen Kommentar ab. Das hessische Wirtschaftsministerium als Genehmigungsbehörde verwies auf eine am Nachmittag um 14.30 Uhr anberaumte Pressekonferenz in Wiesbaden. Die Aktie von Fraport ist infolge der Meldung nur etwas unter Druck geraten. Sie verlor bis zu 1,35 Prozent, nachdem sie zuvor mit 0,7 Prozent im Minus gestanden hatte. Allerdings hat sich der Titel wieder etwas erholt (Börse reagiert unaufgeregt auf Verzögerung).

Lufthansa: „Brauchen zwei Drehkreuze“

Beweis für die Als Grund für die Verzögerungen wurde das aufwendige Verfahren genannt. Dies nehme mehr Zeit in Anspruch, als ursprünglich von Fraport erwartet. Es gehe dabei nicht allein um das Problem des Chemiewerkes Ticona von Celanese in der Einflugschneise der geplanten Nordwest-Variante, hieß es in den Kreisen. Fraport hatte vorige Woche der EU-Kommission zugesichert, noch einmal alle möglichen Varianten für den Ausbau einschließlich eines Verzichts zu überprüfen, insbesondere im Hinblick auf die Umweltsicherheit und die Vorgaben der EU-Umweltrichtlinie „Seveso II".

Die Lufthansa will trotz der Verzögerung beim Ausbau des Frankfurter Flughafens an ihrem Wachstumskurs fest. Jetzt zeige sich deutlich, daß die Entscheidung für ein zweites Lufthansa-Drehkreuz in München richtig war, sagte Unternehmens-Sprecher Thomas Ellerbeck am Dienstag. Die Fluggesellschaft hat ihre Basis am Frankfurter Flughafen, nutzt inzwischen aber München ebenfalls als Drehkreuz. Lufthansa setzt weiterhin auf die Erweiterung in Frankfurt: „Der Ausbau muß kommen. Wir brauchen zwei leistungsfähige Drehkreuze.“

Celanese: Ticona-Werk steht nicht zur Disposition

Fraport hatte sich bislang auf die Nordwest-Variante festgelegt, gegen die Anwohner und Umweltschützer vehement protestierten. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte nach der Kritik der deutschen Störfallkommission an der Nähe der neuen Landebahn zum Ticona-Werk auch eine Verlagerung der Fabrik erwogen.

Der Celanese-Konzern erklärte am Dienstag dazu: „Die Position des Unternehmens ist unverändert. Das Werk in Kelsterbach steht nicht zur Disposition.“ Konzernchef Claudio Sonder hatte kürzlich in einem Zeitungsinterview betont: „Es gibt null Diskussion darüber, Ticona aus Kelsterbach wegzuverlagern". Das Kunststoffgeschäft Ticona von Celanese habe dort seine weltweite Zentrale, zudem sei Kelsterbach Kernstandort für das Europageschäft.

Fraport: Ausbau zur nationalen Aufgabe machen

Fraport-Chef Wilhelm Bender hatte in den vergangenen Wochen wiederholt gefordert, den Flughafenausbau zur nationalen Aufgabe zu machen, um das Verfahren beschleunigt vorantreiben zu können. Gleichzeitig hatte Bender aber bereits eine längere Verfahrensdauer in Aussicht gestellt. Ziel müsse es sein, daß eine Genehmigung auch bei den erwarteten Gerichtsverfahren Bestand habe, hatte er auf der Bilanzpressekonferenz erklärt.

Trotz der bereits bestehenden Kapazitätsengpässe am größten deutschen Flughafen werden intern noch Spielräume für eine spätere Inbetriebnahme der neuen Bahn gesehen. Allerdings drängt insbesondere die Lufthansa als wichtigste Fluggesellschaft in Frankfurt auf einen Ausbau.

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