11.03.2010 · Die Lufthansa macht weiter Front gegen ein mögliches Nachtflugverbot in Frankfurt. Vorstandschef Mayrhuber sieht aber „keinen Zusammenhang zwischen der vierten Bahn und den Nachtflügen“, wie er im Anschluss an die Vorlage der Bilanz 2009 sagte.
Von Thorsten WinterDie Deutsche Lufthansa macht weiter Front gegen ein mögliches Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen. Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber sieht allerdings „keinen Zusammenhang zwischen der vierten Bahn und den Nachtflügen“, wie er auf Nachfrage im Anschluss an die Vorlage der Jahresbilanz 2009 sagte. Die geplante vierte Bahn werde nachts nicht benötigt, meinte er. Grundsätzlich hält die Deutsche Lufthansa AG die neue Landebahn laut Mayrhuber aber für notwendig, da bisher in Frankfurt nur rund 30 Prozent ihrer Flüge im Jahresverlauf störungsfrei abgewickelt werden könnten.
Vor diesem Hintergrund plane das Unternehmen in Frankfurt für den Sommer zwar mit einem größeren Angebot – dies werde aber durch größere Flugzeuge erreicht und nicht durch neue Verbindungen. Zusätzliche Flüge würden „die Bahnen nur noch mehr verstopfen“, meinte er. Deshalb bietet die Fluglinie die fünf neuen Verbindungen, die der Sommerflugplan enthält, komplett von München aus an.
„Schulte hat nachgearbeitet“
Grundsätzlich gehe es beim Thema Nachtflüge um die Verantwortung für das Unternehmen Lufthansa und auch den Standort, hob Mayrhuber hervor. Die Lufthansa hat bis 2020 einen Bedarf von 23 Nachtflügen angemeldet – vor allem für ihre Frachttochter gelten die Nachtflüge als wichtig. Flughafenbetreiber Fraport hatte das Nachtflugverbot auf Drängen von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) beantragt, um dem Ergebnis des Mediationsverfahrens zum Flughafenausbau gerecht zu werden. Zuletzt hatte sich Fraport wortkarg gezeigt, wenn es um dieses Thema ging.
Angesichts dessen sorgte ein Gedankenspiel von Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte zur möglichen Zahl der Nachtflüge bei der Lufthansa für Unmut. Die Charterflüge außer Acht gelassen, seien zehn Nachtflüge notwendig, sagte Schulte während einer Diskussion. Fraport bemühte sich daraufhin, den Eindruck zu zerstreuen, sich in der Diskussion um Nachtflüge neu positioniert zu haben. Dazu befragt, sagte Mayrhuber nun, Schulte habe „in der Öffentlichkeit nachgearbeitet und gesagt, dass er nicht so rübergekommen ist, wie er es gemeint hat“. Dafür sei er „dankbar“.