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„Letztlich zählt, was der Kunde will“ Flächendeckend „Service-Taxis“ für Frankfurt

03.06.2008 ·  Die Frankfurter Taxiunternehmen arbeiten an ihrem Ruf. Viele Unternehmer haben sich lange dagegen gewehrt, ihre Wagen und Fahrer zertifizieren zu lassen. Jetzt geben sie nach – der Druck wurde offenbar zu groß. So soll es künftig „Service-Taxis“ geben.

Von Katharina Iskandar
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Die Nachricht kommt zur rechten Zeit: Wenige Wochen bevor Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) über die neue Taxenordnung abstimmen lassen will, geben die Frankfurter Taxi-Verbände bekannt, dass sie aufgrund der öffentlichen Diskussion über die Qualität in ihrem Gewerbe künftig flächendeckend „Service-Taxis“ einführen wollen. Man habe sich dem Druck gebeugt, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Und offiziell: „Wenn es das ist, was die Fahrgäste wünschen, dann kommen wir diesem Wunsch selbstverständlich nach.“

Vor allem die Taxi-Vereinigung stand der Zertifizierung einzelner Unternehmen kritisch gegenüber. Geschäftsführer Thomas Schmidt war lange Zeit nicht überzeugt von dem Modell und befürchtete, es würde die Branche spalten, wenn einige Wagen ausgezeichnet würden und andere nicht. Viele Taxiunternehmen böten auch ohne Gütesiegel exzellenten Service, sagte Schmidt noch vor wenigen Wochen. „Nur weil jemand kein Gütesiegel hat, ist er nicht gleich ein schwarzes Schaf.“ Nun schlägt der Unternehmer versöhnlichere Töne an. Er will sich dieser Entwicklung nicht mehr verschließen, wie er sagt. „Zertifizierte Wagen sind offenbar ein Trend, der von den Kunden gewünscht wird. Da müssen wir wohl mitziehen. Denn letztlich zählt ja, was der Kunde will.“

An Vorgaben des Verbands orientieren

In den nächsten Wochen soll sich ein Arbeitskreis bilden, der die Kriterien für die neuen Service-Taxis festlegen wird. Konkrete Pläne, wie die Qualität dauerhaft gesichert werden soll, gebe es noch nicht, sagt Schmidt. Man werde sich wohl an den Merkmalen orientieren, die vom Deutschen Taxi- und Mietwagenverband vorgegeben sind: Ein Gütesiegel bekommt, wer einwandfreie Autos in seinem Fuhrpark hat und dafür sorgt, dass seine Fahrer gepflegt, freundlich und ortskundig sind. Zudem müssen Kreditkarten ohne Extragebühr akzeptiert werden und Kindersitze und ein Regenschirm an Bord sein. Aber auch über andere Serviceleistungen wird der Arbeitskreis wohl beraten müssen: Denn gerade am Flughafen, für den die Taxi-Vereinigung zuständig ist, gibt es laut Fraport immer wieder Beschwerden. Unter anderem auch darüber, dass Kunden stehengelassen werden, weil die gewünschte Strecke dem Fahrer zu kurz erscheint. „So etwas“, sagt Schmidt, „darf es natürlich nicht mehr geben.“

Das Umdenken der Taxi-Vereinigung könnte nicht zuletzt damit zu tun haben, dass der heimliche Konkurrent, die Taxi Frankfurt eG, schon seit langem Gütesiegel vergibt und der Ansicht ist, dass Qualität im hart umkämpften Taxigewerbe die beste Werbung sei. 350 zertifizierte Wagen sind schon für die Genossenschaft unterwegs. In den nächsten Monaten werden rund 900 weitere Fahrer geschult, wie Sprecher Herwig Kollar sagt. Dass sich die Zertifizierung für die Unternehmer auch wirtschaftlich lohne, habe sich am Beispiel von Echo Funk 33 gezeigt – einem Verbund, der zur Genossenschaft gehört. Die Nachfrage sei um etwa 30 Prozent gestiegen. Laut Kollar ist es „nicht verwunderlich“, dass nun andere Unternehmen nachziehen. Die Zertifizierung sei inzwischen fast schon eine Notwendigkeit, wenn man dauerhaft auf dem Markt bestehen wolle.

„Taxifahrer muss Englisch sprechen“

Das Gütesiegel verleiht die Genossenschaft selbst. In den Vorbereitungskursen wird den Unternehmern laut Kollar „ziemlich klar vermittelt, was es heißt, in Frankfurt Taxifahrer zu sein: nämlich dass man Englisch sprechen muss und dem Kunden das Gefühl geben sollte, dass man ihm für sein Geld etwas bieten will“. Zudem wird das Fahrzeug regelmäßig inspiziert. Die Vorgaben der Genossenschaft gehen sogar so weit, dass anstößige Werbung in und an den Taxis verboten ist.

Da die Taxi Frankfurt eG unter anderem auch den Hauptbahnhof versorgt, ist Kollar zuversichtlich, dass dort bald nur noch zertifizierte Wagen stehen werden. Nicht alle Unternehmen wollen jedoch das Prädikat: So sind rund 50 Unternehmen unter Protest aus der Genossenschaft ausgetreten. „Das ist bedauerlich“, meint Kollar. Der Druck aber werde größer, wenn die „Service-Taxis“ erst einmal in der Überzahl seien. Dann schwenkten vielleicht auch die letzten Kritiker noch um.

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