03.10.2008 · Etwa 5000 der 800.000 Kunden der Frankfurter Sparkasse haben über dieses Haus Zertifikate von Lehman Brothers erworben. Die meisten Kunden haben durch die Insolvenz von Lehman zwischen 10.000 und 15.000 Euro verloren, einige erheblich mehr - auch Mitarbeiter sind betroffen, wie es heißt.
Von Manfred KöhlerEtwa 5000 der 800.000 Kunden der Frankfurter Sparkasse haben über dieses Haus Zertifikate der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers erworben. Wie das Frankfurter Kreditinstitut weiter mitteilte, haben die meisten Kunden durch die Insolvenz der Investmentbank zwischen 10.000 und 15.000 Euro verloren, einige wenige sogar einen sechsstelligen Betrag. Alles in allem liege das Volumen der Zertifikate „im höheren zweistelligen Millionenbereich“. Die Frankfurter Sparkasse hob hervor, unter den Geschädigten sei auch eine größere Zahl eigener Mitarbeiter.
Die Sparkasse reagierte mit dieser Veröffentlichung auf den zunehmenden Druck, der durch das Bekanntwerden von immer mehr Einzelfällen entstanden war. Noch in der vergangenen Woche hatte es geheißen, zum Volumen würden keine Angaben gemacht. „Wir bedauern die eingetretene Entwicklung außerordentlich“, ist in der Stellungnahme der Frankfurter Sparkasse zu lesen. „Sie ist ein sehr, sehr schwerer Schlag für jeden betroffenen Kunden und für die Frankfurter Sparkasse.“ Das Kreditinstitut kündigte zugleich an, seinen Kunden bei der Durchsetzung von Ansprüchen im Zuge des Insolvenzverfahrens zu unterstützen.
Zur Frage, ob sich das Haus bei der Schadensregelung kulant zeigen werde, äußerte ein Sprecher lediglich, wenn ein Kunde behaupte, er sei falsch beraten worden, werde dies geprüft. Die Kunden seien allerdings über das Emittentenrisiko informiert worden. Mit dem Begriff ist gemeint, dass der in einem Zertifikat angelegte Betrag bei Fälligkeit nur dann zurückgezahlt werden kann, wenn die Bank eben nicht zahlungsunfähig ist.
„Zertifikate verstärkt nachgefragt“
In der Stellungnahme der Frankfurter Sparkasse heißt es, in den vergangenen Jahren seien Zertifikate verstärkt nachgefragt worden. Zudem seien diese Produkte bis Mitte des Jahres auch steuerlich interessant gewesen. Die Bonität der Lehman Brothers Holding habe bis zum Tag der Anmeldung des Gläubigerschutzverfahrens bei der Ratingagentur Standard & Poor‘s bei „A“ gelegen, bei Moody‘s bei „A 2“ und bei Fitch bei „A+“. Das entspreche den Noten großer deutscher Geschäftsbanken.
Die Höhe des Verlusts bei den einzelnen Zertifikaten ist derzeit nicht zu übersehen. Im schlimmsten Fall können sie wertlos werden. Nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sind die Kunden zahlreicher Banken betroffen. Klaus Oesterling, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Frankfurter Römer, hatte vor der Stellungnahme der Frankfurter Sparkasse gefordert, das Haus solle öffentlich machen, was die Lehman-Pleite für ihre Kunden bedeute. Er lobte die Frankfurter Volksbank, die nach eigenen Angaben keine Zertifikate von Lehman angeboten hatte.
Auch die FAZ hat positiv berichtet
Marko Hrbat (Hrbat)
- 03.10.2008, 21:53 Uhr
Renditegierige Kunden, karrieregeile Berater
gisbert heimes (gisbert4)
- 03.10.2008, 22:07 Uhr
Volksbank = seriös?
Anton Seidel (ase)
- 03.10.2008, 22:38 Uhr
Ausgerechnet die Fraspa
Martin Enzinger (FlorianGeyer)
- 04.10.2008, 00:03 Uhr
So what?
Markus Leibold (MSL)
- 04.10.2008, 05:12 Uhr