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Landwirtschaft Hessische Rübenbauern fürchten trotz guter Ernte um Zukunft

 ·  2004 ist für hessische Rübenbauern ein gutes Jahr. Der Ernteertrag liegt rund zehn Prozent über Vorjahresniveau. Dennoch sorgen sich die Landwirte um ihre berufliche Zukunft. Reformpläne der Europäischen Union sind der Grund.

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Trotz guter Ernte in diesem Jahr fürchten die hessischen Rübenbauern um ihre Zukunft. „Die Perspektiven für den heimischen Zuckerrübenanbau sind durch die drastischen Reformvorschläge der EU-Kommission äußerst schlecht“, sagte der Präsident des hessischen Bauernverbandes, Heinz Christian Bär, am Montag in Bad Homburg zum Auftakt der diesjährigen Erntekampagne. Mit rund 60 Tonnen Zuckerrüben pro Hektar liegt die Ernte um zehn Prozent über dem Ertrag des vergangenen trockenen Jahres. Der Zuckergehalt liegt bei 17 Prozent, damit ist die Qualität ebenfalls gut.

Viele Landwirte müssen nach Bärs Worten den Rübenanbau aufgeben, falls die Brüsseler Pläne verwirklicht würden und der feste Abnahmepreis für Zuckerrüben in den nächsten Jahren um 37 Prozent sinkt. Ein großer Teil der knapp 3.300 hessischen Zuckerrübenanbauer wäre davon in seiner Existenz bedroht. Bisher ist der Anbau der Rübe wegen der garantierten Preise auf dem geschützten EU-Markt lukrativ. Rund 65 Millionen Euro „Rübengeld“ erhalten die hessischen Bauern von den Zuckerfabriken pro Jahr. EU-Agrarkommissar Franz Fischler will mit seiner Reform den Zuckerpreis in der Gemeinschaft schrittweise auf Weltmarktniveau senken und faire Handelsbedingungen für die Dritte Welt erreichen.

Die Zuckerindustrie sieht von einer Preissenkung Arbeitsplätze und die Existenz ganzer Werke bedroht. In Hessen beschäftigen die beiden Zuckerfabriken der Südzucker AG (Mannheim) in Groß-Gerau und Wabern (Schwalm-Eder-Kreis) zusammen 215 Mitarbeiter und 20 Lehrlinge, während der Kampagne zur Rübenernte kommen 52 Aushilfskräfte hinzu. Von September bis Weihnachten laufen die Fabriken 24 Stunden, um die Ernte zu verarbeiten.

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Von Matthias Alexander

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