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Landwirtschaft Gute Spargelsaison endet - Preisdruck nimmt zu

15.06.2004 ·  Eine erfolgreiche Spargelsaison geht in diesen Tagen zu Ende. „Durch den warmen Sommer im vergangenen Jahr haben sich die Pflanzen prächtig entwickelt und gute Erträge gebracht“, sagt ein Bauer. Doch der Preisdruck steigt.

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Eine erfolgreiche Spargelsaison geht in diesen Tagen zu Ende. „Durch den warmen Sommer im vergangenen Jahr haben sich die Pflanzen prächtig entwickelt und gute Erträge gebracht“, sagt Rolf Meinhardt aus dem südhessischen Weiterstadt, Vizevorsitzender des Verbandes süddeutscher Spargelanbauer. Getrübt wird die Bilanz allerdings durch den Preisverfall des edlen Gemüses. „Einige große Handelsketten haben das Kilo für 1,50 Euro verramscht“, ärgert sich Meinhardt.

Einbußen gab es vor allem bei der ersten Ernte Anfang April, auf die viele Genießer sehnsüchtig warteten. „Wir hatten diesmal sehr früh eine so große Menge im Angebot, daß wir Probleme hatten, sie los zu werden“, bilanziert Meinhardt. Sein Griesheimer Kollege Philip Mager spricht von einer „Sturzgeburt“. Dadurch kam die heimische Produktion in Konflikt mit dem südeuropäischen Import- Spargel, der in den Geschäften noch die Regale füllte.

50 Cent je Kilo weniger als 2003

Durch neue Folientechnik wurde die Saison wieder rund acht Tage nach vorne verschoben. Ermöglicht hat dies der so genannte Minitunnel, bei dem zwei übereinander liegende Plastikplanen für Treibhausklima sorgen. Mager setzt außerdem Folien gezielt ein, um die Erntemengen zu regulieren: „Mit der schwarzen Seite nach oben wird das Wachstum beschleunigt, die weiße Seite außen hemmt die Pflanzen.“ So vermeidet er Überproduktionen und Engpässe und kann bis zum 24. Juni ernten.

Auf den Preisverfall hat auch Mager reagiert, der ausschließlich direkt vermarktet. „Wir haben im Schnitt 50 Cent weniger verlangt als im vergangenen Jahr.“ Acht Euro erwiesen sich als „unüberwindliche Schallgrenze. Ab Mitte April kamen wir über 7,50 Euro nicht mehr hinaus.“ Die Verluste konnte der Landwirt mit dem zusätzlichen Ertrag auffangen. Meinhardt verzeichnete dagegen einen Rückgang bei seinen Privatkunden um knapp 15 Prozent. „Die Leute schauen nur noch auf den Preis, die Qualität ist ihnen egal.“

Ernte in Nordhessen unter dem Durchschnitt - Trockenheit

Im Gegensatz zu Südhessen mit seinen rund 2.000 Hektar Spargelanbaufläche blieb die Ernte im nordhessischen Mini-Anbaugebiet (weniger als 100 Hektar) bei Calden unter dem Durchschnitt. Der heiße Sommer 2003 hat die Stangen ausgetrocknet und Friedrich Klemme weniger und dünneren Spargel beschert. Der Landwirt zeigt sich dennoch zufrieden mit der gleichmäßig verlaufenen Saison. Die Kilopreise seien in der Spanne zwischen 4,95 und 7,95 Euro stabil geblieben.

Keine besonderen Vorkommnisse meldet Erna Rödner aus dem südhessischen Trebur, die vor der Saison zur ersten Ombudsfrau für die ausländischen Erntehelfer ernannt worden ist. Sie verzeichnete keine einzige Anfrage. „Die meisten Landwirte habe langjährige Partnerschaften mit ihren Saisonarbeitern“, nennt sie als mögliche Erklärung. „Vielleicht fehlt es den Helfern auch an Mut, sich bei Schwierigkeiten an mich zu wenden.“ Im vergangenen Jahr hatte es bei einem Hof Probleme mit der Bezahlung gegeben. Allein im Kreis Groß- Gerau sind 3.000 Erntehelfer vor allem aus Osteuropa im Spargel-Einsatz, 95 Prozent davon Frauen.

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