10.02.2004 · In der Diskussion um eine Neuordnung des deutschen Kreditgewerbes hat der Genossenschaftsverband Frankfurt den Privatbanken Arroganz vorgeworfen. Ausgerechnet jene, die durch Negativschlagzeilen auffielen, forderte eine Struturdebatte im Bankenwesen.
In der Diskussion um eine Neuordnung des deutschen Kreditgewerbes hat der Genossenschaftsverband Frankfurt den Privatbanken Arroganz vorgeworfen. „Daß gerade diejenigen, die ständig Negativschlagzeilen produzieren, eine Strukturdebatte vom Zaun gebrochen haben, ist abenteuerlich“, sagte der Vorstandschef des Verbandes, Walter Weinkauf, am Dienstag in Frankfurt. Den Privatbanken fehle grundsätzlich das Verständnis für den Mittelstand. Dieser brauche unabhängige und regional verankerte Volks- und Raiffeisenbanken.
Zum Frankfurter Genossenschaftsverband gehören 196 Institute in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Thüringen. Zum 1. Januar traten 25 sächsische Kreditgenossenschaften bei. 2003 steigerte der Verband im Vorjahresvergleich seinen Betriebsgewinn vor Risikovorsorge um 18 Prozent auf 1,05 Prozent der Bilanzsumme (82,4 Milliarden Euro). Fast die Hälfte des Betriebsgewinns werde jedoch durch Wertberichtigungen aufgezehrt, sagte Weinkauf. Eine Trendwende sei dennoch erkennbar. In 2004 werde die Profitablität sich weiter verbessern.
Bei den 3.026 Filialen, die 2,1 Millionen Mitglieder betreuen, sei der Konzentrationsprozeß nach 15 Fusionen in 2003 so gut wie abgeschlossen. Von den 25 603 Beschäftigten (2003: 26 944) verlangt Weinkauf künftig hohe Flexibilität. Es werde zwar keinen Abbau, aber einen massiven Umbau bei den Jobs geben: „Nur noch ein Viertel aller Bankmitarbeiter wird in den nächsten fünf Jahren den Arbeitsplatz in gewohnter Struktur beibehalten können.“