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Kreditinstitute im Vergleich Dispozinsen in Frankfurt bleiben hoch

04.04.2009 ·  Derzeit müssen Banken bei der Zentralbank zwei Drittel weniger für frisches Geld zahlen als im Herbst 2008. An ihre Kunden geben die Kreditinstitute die Vergünstigung aber nur sehr zögerlich oder gar nicht weiter.

Von Tim Kanning
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Schicke Frühlingsklamotten, ein Kurzurlaub über Ostern und dann noch eine unerwartete Reparatur an der Waschmaschine – schon ist das Konto im Minus. Und das wird teuer. Die Zinsen, die sich Banken für den Dispositionskredit – besser bekannt als Dispo – zahlen lassen, sind saftig. Im Schnitt liegt der Dispozins deutscher Kreditinstitute derzeit bei gut zwölf Prozent, wie die FMH Finanzberatung ausgerechnet hat. Und das nur, solange der Kunde im Rahmen des vorher gewährten Dispokredits bleibt – in der Regel ein bis zwei Monatsgehälter. Für alles, was darüber hinaus geht, lässt sich zum Beispiel die Frankfurter Sparkasse 18,75 Prozent Zinsen zahlen.

Die Stadt der Banken ist mit Blick auf Dispozinsen eines der teuersten Pflaster in Deutschland. Von den zwölf Prozent, die die Experten der FMH-Finanzberatung als deutschen Durchschnitt errechnet haben, können die meisten Kunden von Banken in der Region nur träumen. Dass die Kreditinstitute selbst inzwischen so günstig wie lange nicht mehr an Geld kommen, ändert daran auch nichts.

Banken nicht mehr als Kundengelder angewiesen

Am Donnerstag hat die Europäische Zentralbank wieder den Leitzins gesenkt. Bei 1,25 Prozent liegt der Zinssatz jetzt, so tief wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Der Preis für Bares von der Zentralbank ist für die Geschäftsbanken seit Herbst 2008, als er noch bei mehr als vier Prozent angesiedelt war, um zwei Drittel gesunken. Der Preis am Interbankenmarkt, der Euribor, hat sich im gleichen Zeitraum ähnlich stark erholt.

An den aktuellen Tagesgeldangeboten ist deutlich zu sehen, dass die Häuser nicht mehr darauf angewiesen sind, sich Kundengelder mit hohen Zinsen einzukaufen – nur noch wenige bieten mehr als drei Prozent. Die Zinsen, die die Banken ihrerseits aber von den Kunden verlangen, haben seit dem Herbst nur wenige an die neuen Geldpreise angepasst. Bei der Frankfurter Sparkasse war der Zinssatz für den Dispokredit in den vergangenen Wochen sogar noch um 0,5 Prozentpunkte höher als im Herbst. Erst gestern hat sie den Satz wieder gesenkt – aber auch nur zurück auf das Niveau von Oktober. Ein Kunde, der sein Konto jeden Monat um 1000 Euro überzieht und damit innerhalb seines Disporahmens liegt, zahlt im Jahr rund 45 Euro an Zinsen.

Ein Sprecher der Fraspa erklärt das damit, dass weniger der Leitzins der Zentralbank für den eigenen Zinssatz entscheidend sei als das Niveau im Marktumfeld. Und da ist die Fraspa noch in guter Gesellschaft. Die Frankfurter Volksbank nimmt ebenfalls 13,75, die Taunus-Sparkasse 13,5 und die Naspa 13,25 Prozent. Sie alle haben gegenüber dem Zinsniveau im Herbst kaum oder gar nichts verändert.

Sparda hat rasch nach unten korrigiert

Anders die Sparda-Bank Hessen. Sie hat ihren Dispozinssatz relativ schnell den veränderten Zinssätzen der Zentralbank angepasst. Schon im Februar lag er bei 11,5 und damit um zwei Prozentpunkte unter dem Herbst-Niveau. Mit der Zinssenkung vom Donnerstag ist auch der Satz der Sparda-Bank noch einmal um einen Viertel Prozentpunkt gesunken. Der Zinssatz der Wiesbadener Volksbank liegt bei 12,75 Prozent immerhin um einen Prozentpunkt niedriger als jener des Frankfurter Pendants. Die beiden genossenschaftlichen Häuser haben schon etwa das Niveau erreicht, auf dem die Zinssätze für Dispokredite im Jahr 2005 lagen – bevor die Europäische Zentralbank ihren Leitzins von damals zwei Prozent nach und nach auf die im Herbst 2008 erreichten 4,25 Prozent anhob.

Die Verbraucherschützer stampfen schon seit Langem mit den Füßen, dass die Banken die günstigeren Konditionen nicht schnell und umfassend genug an ihre Kunden weitergeben. Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen fordert: „Wenn sich die Banken billiger refinanzieren können, müssen das auch rasch die Kunden in Form von günstigeren Krediten zu spüren bekommen.“

Abstimmung mit den Füßen

Besonders ärgerlich an den kaum veränderten Dispozinsen ist, dass sie vor allem diejenigen treffen, die schon seit langem treue Kunden des Hauses sind. Denn die lassen sich von solchem Kleingedruckten, das wohl die wenigsten regelmäßig verfolgen, so gut wie nie zum Wechsel der Bank verleiten, wie Max Herbst von der FMH-Finanzberatung weiß. „Da muss sich schon mehr Ärger anstauen als nur ein zu hoher Dispozins, bis ein Kunde sagt, er geht zu einer anderen Bank“, sagt Herbst. Und um eine Bank dazu zu bringen, etwas in ihrer Kostenstruktur zu ändern helfe in der Regel nur eines: Abstimmung mit den Füßen.

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Jahrgang 1982, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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