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Konsumgütermesse Frankfurter Herbstmesse verliert weiter an Zuspruch

22.08.2007 ·  Die Konsumgütermesse „Tendence“ steckt in Schwierigkeiten. Seit Jahren gehen die Aussteller- und Besucherzahlen zurück. Eine Verlegung in den Frühsommer soll helfen.

Von Manfred Köhler
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Es ist die Frankfurter Messe schlechthin. Wenn es heißt, die Geschichte des Messeplatzes am Main reiche mehr als 750 Jahre zurück, dann ist die Geschichte der Herbstmesse gemeint. Ihre Existenz ist seit dem Jahr 1240 belegt. Jede andere Veranstaltung in Frankfurt ist jünger, auch die Frühjahrsmesse, auch die Buchmesse, und die Internationale Automobil-Ausstellung sowieso.

Doch ausgerechnet die älteste Frankfurter Messe steckt in Schwierigkeiten. Seit Jahren gehen die Aussteller- und Besucherzahlen zurück. Wenn sich am Freitag die Türen für die „Tendence Lifestyle“ öffnen – so heißt die Herbstmesse seit einigen Jahren –, dann präsentieren sich nur noch 3015 Unternehmen. Noch 2002 waren es 4400 gewesen. Seitdem ist es stetig bergab gegangen. Allein von 2006 auf 2007 beträgt der Rückgang annähernd fünf Prozent.

Den Händlern ist die Herbstmesse zu spät

Auf der Herbstmesse ist alles zu sehen, was das Leben zu Hause schön und angenehm macht oder wenigstens zweckmäßig ist: Porzellan und Glas, Geschirr und Besteck zum Beispiel. Der Verbraucher wird die Neuheiten aus aller Welt – sechs von zehn Ausstellern kommen aus dem Ausland – erst in einigen Monaten in den Geschäften sehen. Es ist eine Fachmesse; nur ausnahmsweise dürfen in diesem Jahr erstmals auch Verbraucher für einige Stunden in eine der Hallen (siehe Kasten).

Zielgruppe sind eigentlich die Einzelhändler, die hier für den Herbst und Winter ordern. Genau dies aber ist das Problem. Der Industrie, vor allem aber den Händlern, ist die Herbstmesse zu spät. Denn einerseits beginnt das Weihnachtsgeschäft immer früher, und andererseits bedeutete die zunehmende Verlagerung der Produktion nach Fernost, dass es immer länger dauert, bis dort georderte Ware in Deutschland ankommt.

Im Februar zog die Messe Frankfurt GmbH als Veranstalterin der Schau die Reißleine. Die Messe wird auf Anfang Juli verlegt – vor die Sommerpause. Dann wird sie gleichzeitig mit der „Collectione“ stattfinden, einer erst 2005 ins Leben gerufenen Konsumgütermesse speziell für die Einkäufer der großen Kaufhäuser und Handelsketten.

Blicke richten sich auf 2008

Allein die Gründung dieser Veranstaltung zeigt, in welchen Schwierigkeiten die Messegesellschaft bei der Terminfindung steckt. Denn in den Konzernen wird noch langfristiger gedacht als bei selbständigen Einzelhändlern: Auf der „Collectione“ im Frühsommer wird nicht etwa für Weihnachten geordert, sondern bereits für das Frühjahrsgeschäft des folgenden Jahres.

In diesem Jahr aber bleibt noch alles beim Alten – und der Zuspruch fällt abermals geringer aus. Die Messegesellschaft hofft, dass trotz des nochmaligen Rückgangs der Ausstellerzahl zumindest die Zahl der Besucher konstant bleibt. Dass noch einmal weniger Unternehmen kommen, führt Messe-Geschäftsführer Michael Peters auch auf Zusammenschlüsse von Unternehmen und Insolvenzen in der Branche zurück. Einige hätten sich zudem entschieden, erst nach der Vorverlegung, also 2008, wiederzukommen.

Einige Schwierigkeiten werden sich allerdings auch mit der Vorverlegung kaum lösen lassen. Manche Unternehmen, so berichtet Peters, hätten einfach nicht mehr zweimal im Jahr Neuheiten vorzuweisen, weil deren Entwicklung so teuer sei. Das gelte zum Beispiel für die großen Porzellanhersteller. Die Frühjahrsmesse hat sich folglich auch weit besser gehalten. Dort fiel der Ausstellerrückgang weit geringer aus und kam in diesem Jahr zum Stillstand. Für die „Tendence“ aber richten sich schon jetzt alle Blicke auf 2008. „Es werden Aussteller zurückkommen“, verspricht Peters.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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