23.11.2005 · Leica Camera schließt Kündigungen nicht aus. Aber: „Nicht mehr der Kampf um das kurzfristige Überleben, sondern die erfolgreiche Neuausrichtung ist unser wichtigstes Ziel“, sagte Vorstandschef Spichtig bei der Hauptversammlung.
Mit mehr Werbung und verbesserten Produkten will Vorstandsvorsitzender Josef Spichtig den angeschlagenen Kamerahersteller Leica aus der Krise führen. „Beharrliches Arbeiten und schrittweise Verbesserungen, dies war und ist mein Motto“, sagte Spichtig am Mittwoch in der Hauptversammlung der Leica Camera AG in Solms bei Wetzlar. Vor allem in der Sportoptik sieht das Unternehmen gute Wachstumschancen.
Eine Werbekampagne in Amerika, Europa und Asien solle die Besonderheiten der „Weltmarke“ herausstellen. Trotz eines Umsatzwachstums im ersten Halbjahr 2005 steckt Leica weiter in den roten Zahlen. „Nicht mehr der Kampf um das kurzfristige Überleben, sondern die mittel- und langfristig erfolgreiche Neuausrichtung ist unser wichtigstes Ziel.“
Trend hin zur Digitalfotografie verschlafen
Spichtig räumte Versäumnisse beim Einstieg in die Digitalfotografie ein: „Ich muß feststellen, daß in der Vergangenheit nicht jede Chance der digitalen Technik für Leica sinnvoll genutzt wurde.“ Kritiker werfen dem Kamera- und Ferngläserhersteller vor, den Trend zur Digitalfotografie verschlafen zu haben.
Die Leica Camera AG schließt nach der tiefsten wirtschaftlichen Krise seit dem Börsengang 1996 auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. „Für den Standort Solms befinden wir uns in der Abschlußphase von Verhandlungen mit dem Betriebsrat“, sagte Spichtig. Er äußerte sich aber nicht dazu, wie viele Stellen auf der Kippe stehen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 996 Mitarbeiter, davon 400 in Solms.
Die Aktie von Leica Camera ist im Vormittagshandel um gut sechs Prozent auf fünf Euro gestiegen. Ihr Bestwert von 8,30 Euro datiert vom August dieses Jahres.