10.09.2009 · Die Stada AG in Bad Vilbel will künftig weitere Kosten sparen und erwartet von ihren gewerblichen Beschäftigten mehr Arbeit ohne Lohnausgleich. Zudem kann sich Konzernchef Retzlaff vorstellen, dass die Holding „künftig vom Ausland aus arbeiten wird“.
Von Thorsten Winter, Bad VilbelDie Stada AG in Bad Vilbel will künftig weitere Kosten sparen und erwartet von ihren gewerblichen Beschäftigten am Stammsitz mehr Arbeit ohne Lohnausgleich. „Ich glaube nicht, dass wir bei 40 Stunden landen werden, aber wir wollen den Mitarbeitern etwas mehr abverlangen“, sagt Vorstandschef Hartmut Retzlaff im Interview mit der Rhein-Main-Zeitung.
Stada sieht sich durch Regeln im Unternehmenssteuerrecht und die Rabattverträge zu Arzneimitteln benachteiligt und hat deshalb den Konzernsitz Bad Vilbel für „nicht sakrosankt“ erklärt. Er könne sich vorstellen, dass die rund 20 Mitarbeiter zählende Holding „künftig vom Ausland aus arbeiten wird“, so Retzlaff, der gleichwohl die Heimatkommune des Herstellers von Nachahmermedikamenten lobt.
„Genügend Finanzchef-Kandidaten auf dem Markt“
Bad Vilbel, wo Stada 900 Mitarbeiter zählt, sei ein „absolut wettbewerbsfähiger Standort“. Stada ziehe dort die Forschung zusammen. Ein möglicher Stellenabbau dort sei indes „nie vom Tisch“. Mit Blick auf die Rabattverträge und die sogenannte Zinsschranke, die die steuerliche Abzugsfähigkeit von Zinsen kreditfinanzierter Investitionen begrenzt, erwarte er politische Korrekturen nach der Bundestagswahl.
Wie Retzlaff weiter sagt, will der Vorstand des Generikaherstellers gemeinsam mit dem Aufsichtsrat das „Zielprofil“ für den Nachfolger des im August überraschend ausgeschiedenen Finanzvorstands Wolfgang Jeblonski erstellen. Der neue Finanzchef solle vor der Bilanzpressekonferenz im Frühjahr 2010 vorgestellt werden. „Es sind derzeit genügend Kandidaten auf dem Markt.“