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„House of Logistics and Mobility“ Das Startkapital steht zur Verfügung

28.11.2008 ·  Auf dem Flughafengelände soll ein neues Forschungszentrum für Mobilität entstehen, das „House of Logistics and Mobility“. Teilnehmer und Interessenten gibt es schon: von Lufthansa-Cargo über Großspeditionen bis zu Nahverkehrsbetrieben.

Von Hans Riebsamen
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Fraport-Chef Wilhelm Bender ist optimistisch: Der Frankfurter Flughafen werde als erster auf der Welt einen eigenen Universitäts-Campus besitzen, meint er. Die neue „Hochschule“ soll im neuen Stadtteil Gateway Gardens entstehen, ein Grundstück für ein 22.000 Quadratmeter großes Gebäude hat der Entwickler des Areals, die OFB, im Auftrag der Stadt Frankfurt schon reserviert. 2010 oder 2011 soll es bezugsfertig sein.

Doch das geplante „House of Logistics and Mobility“ (Holm) wird nach den Worten von Hessen Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mehr sein als eine von den Universitäten und Hochschulen der Region getragene Aus- und Fortbildungsstätte für Logistik- und Mobilitätsfachleute. Es solle vielmehr auch ein Forschungszentrum werden, ein „Schaufenster“ der Transportwirtschaft und ein Zentrum, an dem die Logistikbranche wie auch die Zunft der Verkehrsforscher internationale Konferenzen abhalten.

Zuerst ein Verein, dann eine Stiftung

Am Donnerstag haben sich Koch, Wirtschaftsminister Alois Rhiel und die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (alle CDU) mit Vertretern der Mobilitätswirtschaft und der Hochschulen der Region am Flughafen getroffen. Man ziehe an einem Strick in dieselbe Richtung, sagte Koch anschließend. Bald, so ließ er die Abgesandten der großen Logistik- und Transportunternehmen wissen, würden sie gefragt, wann sie sich mit welchen Beträgen an dem Vorhaben beteiligen würden. Laut Koch haben sich inzwischen genügend Teilnehmer und Interessenten gefunden: von der Lufthansa-Cargo über Großspeditionen bis zu Nahverkehrsbetrieben.

Das Projekt nimmt also Formen an: Ein Verein ist in Gründung, dem als Mitglieder das Land Hessen, die Stadt Frankfurt, die Technische Universität Darmstadt, die European Business School, die Frankfurter Universität und die Fachhochschule Frankfurt sowie als Vertreter der Wirtschaft die Fraport AG und der RMV angehören. 2009 soll daraus eine Stiftung werden, die Eigentümerin der Holm-GmbH sein soll. 51 Prozent der Anteile soll die Wirtschaft aufbringen, 49 Prozent die öffentliche Hand. Koch rechnet damit, dass der Staat während der Anlaufphase zwei Millionen Euro im Jahr zuschießen muss. Doch mittelfristig müsse sich das Holm selbst tragen.

Für das erste Jahr steht laut Bender eine dreiviertel Million Euro als Startkapital zur Verfügung, davon stammen 200.000 Euro von der Stadt Frankfurt, aber auch Beträge aus der Wirtschaft. Fraport stellt für das Gründungsteam, das im nächsten Jahr ein detailliertes Konzept präsentieren soll, vorerst Büros am Flughafen zur Verfügung. Erste Personalentscheidungen sind dem Ministerpräsidenten zufolge in Vorbereitung.

Areal für Bau eines Gebäudes reserviert

Einige Hochschulen wollen nach Angaben von Christopher Jahn, dem Rektor der European Business School, ihre Lehrstühle für Mobilität an das Holm verlagern. In der Region gebe es 50 Professoren und weitere 250 Wissenschaftler, die sich mit den Themen Logistik und Mobilität beschäftigten. Doch wolle man auch die Mobilitätsunternehmen dafür gewinnen, eigene Fortbildungsveranstaltungen im Holm abzuhalten. Immerhin kämen schon jetzt jedes Jahr rund 5000 Manager der Branche zu Fortbildungsseminaren in die Rhein-Main-Region. Hans Jürgen Prömel, der Präsident der Technischen Universität Darmstadt, erhofft sich, dass durch die Zusammenarbeit von vier Hochschulen der Region im Holm Parallelstrukturen vermieden werden können.

Mit der Idee eines Kompetenzzentrums für Logistik und Mobilität steht das Rhein-Main-Gebiet allerdings nicht allein da. Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Roth verwies auf ähnliche Projekte in Dubai und im spanischen Saragossa. Deshalb sei bei der Gründung des Holm Eile geboten.

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