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Hotelgewerbe Trotz WM noch Zimmer frei

14.05.2006 ·  Zimmer frei: Trotz der nahenden Weltmeisterschaft sind die Hotels in Frankfurt und Umgebung keineswegs ausgebucht. Eng wird es wohl nur an den Spieltagen.

Von Jacqueline Vogt
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Noch 24 Tage bis zur Fußballweltmeisterschaft. Der Countdown zum Turnier wird auch in der Hotelbranche mitgezählt, freilich nur in der Hoffnung auf noch spontan sich anbahnende Geschäfte. Denn die Lage auf dem Bettenmarkt während der vier Wettbewerbswochen ist übersichtlich, nachdem das Vermarktungs-Konsortium des Weltfußballverbandes den Hotels den Rest der nicht veräußerten Zimmerkontingente zurückgegeben hat. Ergebnis: Manche Häuser sind an manchen Tagen ausgebucht, aber auf der Straße wird in Frankfurt und Umgebung niemand schlafen müssen.

In ganz Deutschland hatten 550 Hotels, Zwei-Sterne-Betriebe genauso wie Luxushäuser, 45.000 Zimmer der Fifa World Cup Accomodation Services zur Verfügung gestellt. Zum Stichtag 30. April seien 45 Prozent davon verkauft worden, teilte deren Geschäftsführer Thomas Edelkamp in der vergangenen Woche mit; der durchschnittliche Verkaufspreis habe bei 187 Euro gelegen.

„Ibis“ im Frankfurter Rebstockpark eröffnet

Am Mittwoch wurde ein Last-Minute-Buchungsportal im Internet eingerichtet (über www.fifaworldcup.com zu erreichen), in dem Unterkünfte in beinahe jeder Preisklasse an fast jedem WM-Tag als noch verfügbar angezeigt wurden, genauso wie in Frankfurt bei der städtischen Tourismus-und Kongreßgesellschaft (www.frankfurt-tourismus.de.)

Unterdessen wird nun ein Zwei-Sterne-Hotel eröffnet, das allein ob seiner Größe eine Macht am Markt in der Region darstellen wird: 264 Zimmer hat das „Ibis“ im Frankfurter Rebstockpark. Es ist ein Gebäude, für das man schwerlich andere Worte als „riesiger Kasten“ finden kann und das Autofahrer, die von Westen her über die A 648 in die Stadt fahren, als ersten Eindruck der Architektur an diesem Ende der Stadt wahrnehmen müssen.

Die Zimmer kosten darin bis zum 20. August regulär 47 Euro, und an Tagen, an denen berechnet wird, was Direktor Oliver Sparhuber „Eventpreise“ nennt, 129 Euro an Werktagen und 179 an Wochenenden. Dafür schläft man in zweckmäßig ausgestatteten Räumen ohne Glamour, aber, wie das Haus betont, mit jedem für Geschäftsreisende notwendigen technischen Komfort.

50.000 Zimmer stehen leer

Vier Tage am Start ist in Niederrad das Zwei-Sterne-Hotel der französischen B & B-Kette mit 316 Betten in 137 Zimmern, keine zwei Monate her ist die Eröffnung des auf Tagungen spezialisierten „Fleming's“-Hotels in Hausen mit 152 Vier-Sterne-Zimmern und Suiten, im Juni soll an der Messe das Mövenpick-Hotel mit 288 Zimmern aufmachen. Und im luxuriösesten, auch noch ganz neuen Fünf-Sterne-Haus der Region, der „Villa Kennedy“, findet eine Party statt, mit der Eigentümer Sir Rocco Forte den Betrieb als endgültig auf die Szene gebracht betrachtet.

Wer kein neues Hotel auf dem mit Überkapazität reichlich versorgten Markt zu lancieren hatte (nach Angaben des Hotel- und Gaststättenverbandes stehen in Hessen trotz Übernachtungszuwachses von fast drei Prozent im Jahr 2005 täglich mehr als 50.000 Zimmer leer), hat Renovierungs- und Sanierungsarbeiten jetzt vornehmen lassen - das „Marriott“ gegenüber der Festhalle hat zum Beispiel ein neues Restaurant eingerichtet, die Brasserie „ici“, der „Frankfurter Hof“ läßt derzeit noch seine Fassade putzen.

„Ausgebucht“ melden (mit Ausnahme derer, die über längere Zeiträume hinweg fest verkauft sind, an Mannschaften etwa) die Hotels höchstens für die Spieltage hier, und dann vor allem Betriebe am unteren Ende der Preisskala. Sonst gilt, was etwa die Sprecherin des Arabella Sheraton Grand Hotels sagt: „Man kann noch Zimmer bekommen.“ Die WM, faßt die Geschäftsführerin der Hotel- und Gaststättenvereinigung Frankfurt zusammen, sei für die Branche nicht bedeutender als jede Messe. Anders sei das für die Gastronomie, die mit erheblich mehr Gästen rechne, als sie sonst habe, besonders da, wo Bildschirme installiert würden.

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Jahrgang 1962, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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