13.01.2005 · Nach Meinung des Landes illegale Anbieter von Sportwetten sind schon im November zur Einstellung des Betriebs aufgefordert worden. „Die wenigsten haben reagiert“, heißt es beim Land, das nun gegen die Firmen vorgehen will.
Hessen will rund 170 private Wettsalons schließen lassen. Die nach Auffassung der Landesregierung illegalen Anbieter von Sportwetten seien bereits im November schriftlich zur Einstellung ihres Betriebs aufgefordert worden, sagte ein Sprecher des Wiesbadener Innenministeriums der dpa. Die wenigsten hätten reagiert, nun liefen zahlreiche Ermittlungsverfahren: „Ich gehe davon aus, daß in kürze etwas passiert.“
Wegen der Konkurrenz der privaten Glücksspielanbieter hatten die landeseigene Lotto-Gesellschaft und die an deren Erträgen teilhabenden Organisationen wie der Landessportbund und der Paritätische Wohlfahrtsverband protestiert. Eine Entscheidung des Kasseler Verwaltungsgerichtshofs (VGH) hatte den Behörden jedoch zunächst die Hände gebunden. Ende Oktober korrigierte der VGH dann seine Rechtsprechung und erklärte ein Verbot für rechtmäßig.
Polizeikräfte haben am Donnerstag 35 private Wettsalons in ganz Südhessen geschlossen. Der Vorwurf lautet auf illegales Glücksspiel; zudem seien manche Büros auch „ein Hort für fast alle Arten von Kriminalität“, hieß es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Darmstadt. Bei der Aktion wurden rund 150 Personen überprüft, die Beamten stellten umfangreiches Beweismaterial sicher.