14.10.2005 · Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius steigt mit der milliardenschweren Übernahme des Klinikbetreiber Helios Kliniken in Fulda groß ins Krankenhausgeschäft ein. Außerdem will er die Medizintechnikfirma Clinico kaufen.
Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius steigt mit der milliardenschweren Übernahme des Klinikbetreiber Helios Kliniken groß ins Krankenhausgeschäft ein. Fresenius und die im Dax gelistete Tochter Fresenius Medical Care (FMC) zeigten sich am Freitag zugleich optimistischer für das laufende Jahr.
Die Helios Kliniken aus Fulda gehören zu den größten Krankenhausbetreibern in Deutschland und erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. Helios befindet sich im übrigen im Bieterverfahren zum Universitätsklinikum Gießen und Marburg, das das Land Hessen zum Januar nächsten Jahres privatisieren will.
„Einer der erfolgreichsten deutschen Krankenhausbetreiber“
„Die Akquisition einer der erfolgreichsten deutschen Krankenhausbetreiber bietet uns nun die einzigartige Chance, unser Engagement im Bereich der Akutkrankenhäuser zu verstärken“, sagte Fresenius-Vorstandschef Ulf Schneider. Die Kliniken von Helios und die Fresenius-Kliniken der Wittgensteiner Gruppe würden künftig unter der Führung und dem Namen von Helios eine Einheit bilden. Die dann 55 Kliniken kommen auf einen Jahresumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro.
Durch den Zukauf werde der Unternehmensbereich Fresenius ProServe zu einem der führenden privaten Krankenhausträger in Deutschland, teilte Fresenius mit. Fresenius übernehme 94 Prozent der Anteile, sechs Prozent blieben beim Management. Für 100 Prozent müßte Fresenius 1,6 Milliarden Euro zahlen, davon 100 Millionen Euro für den Kassenbestand. Fresenius will zudem durch die Tochter Fresenius Kabi das Medizintechnikunternehmen Clinico mit einem Umsatz von rund 51 Millionen Euro übernehmen.
Kapitalerhöhung geplant - Gewinnprognose erhöht
Finanziert werden sollen die Zukäufe über eine Kapitalerhöhung von rund 800 Millionen Euro sowie durch eine Anleihe von rund 700 Millionen Euro. Die Kapitalerhöhung solle noch im laufenden Jahr erfolgen. Die bisherigen Anteilseigner erhalten ein Bezugsrecht, die Else Kröner Fresenius Stiftung wolle allein für 100 Millionen Euro neue Aktien zeichnen. Auch Allianz Leben habe erklärt, den Schritt positiv zu begleiten. Da die geplante Anleihe erst im ersten Halbjahr 2006 begeben werden solle, hätten Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston einen Kredit von 700 Millionen Euro als Zwischenfinanzierung zugesagt.
Angesichts eines starken Geschäftsverlaufs in den ersten neun Monaten erhöhte Fresenius zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Ergebnisprognose und erwartet nun währungsbereinigt einen Anstieg des Jahresüberschusses von mehr als 25 Prozent. Zuvor hatte Fresenius ein Wachstum zwischen 20 und 25 Prozent erwartet. Der Umsatz soll währungsbereinigt wie geplant zwischen sechs und neun Prozent steigen.