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Geringes Interesse : Nur jeder zehnte Unternehmer nimmt an IHK-Wahl teil

Hat ein Parlament, das alle fünf Jahre von Unternehmen gewählt wird: die IHK Frankfurt Bild: AP

Bei den Wahlen zu den Vollversammlungen der Industrie- und Handelskammern haben im Durchschnitt nur ungefähr zehn Prozent der Mitglieder ihre Stimmen abgegeben. Soweit die Präsidenten wieder angetreten waren, wurden sie auch gewählt.

          Die Wahlen zu den Vollversammlungen der Industrie- und Handelskammern sind auf nur geringes Interesse gestoßen. Am Freitag gaben die Kammern mit der Veröffentlichung der Wahlergebnisse bekannt, dass die Wahlbeteiligung im Durchschnitt bei ungefähr zehn Prozent lag. In Frankfurt nahmen sogar nur 9,4 Prozent der IHK-Zwangsmitglieder die Möglichkeit wahr, per Briefwahl die Zusammensetzung der Vollversammlung zu bestimmen. Vor fünf Jahren hatte die Wahlbeteiligung in dieser IHK noch bei 12,5 Prozent gelegen. Die Vollversammlungen legen die Grundlinien der Kammerpolitik fest und bestimmen das Präsidium.

          Manfred  Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Keine Überraschungen

          Personelle Überraschungen blieben bei den Wahlen in den sechs Kammern des Rhein-Main-Gebiets aus. Soweit die Präsidenten wieder angetreten waren, wurden sie auch in die Vollversammlungen gewählt. Das gilt für Hans-Joachim Tonnellier in Frankfurt, Gerd Eckelmann in Wiesbaden, Alfred Clouth in Offenbach und Wolfgang Maaß bei der IHK Gießen-Friedberg. Nicht wieder kandidiert hatten Michael Römer in Darmstadt und Walter Ebbinghaus in Hanau. Da Tonnellier bereits mitgeteilt hat, sich nicht wieder für sein bisheriges Amt zu bewerben, müssen mithin in drei der sechs Kammern der Region die jeweiligen Vollversammlungen in den nächsten Wochen neue Präsidenten finden.

          Fast durchweg wurden auch die Vizepräsidenten wiedergewählt, sofern sie abermals kandidiert hatten. Das gilt auch für Frank Albrecht, Dagmar Bollin-Flade und Ulrike Gehring in Frankfurt; sie waren vor zwei Jahren gegen den früheren Präsidenten Joachim von Harbou aufgetreten. Nicht in die Vollversammlung geschafft haben es in Frankfurt Hans-Dieter Homberg (Taunus-Sparkasse) und Jürgen Weber (Sparda-Bank); die Sparkassen sind somit lediglich indirekt durch Helaba-Chef Hans-Dieter Brenner vertreten, zu dessen Haus auch die Frankfurter Sparkasse gehört.

          In den meisten Branchen konnten sich eher Kandidaten kleinerer Unternehmen durchsetzen. So wurde Norbert Richter vom Kaufhof an der Hauptwache nicht gewählt, ebenso wenig Michael Budig von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt und Thomas Hilberath vom Hotel Intercontinental.

          Frauenanteil gering

          Bei den Wahlen zur Vollversammlung hat jedes Unternehmen eine Stimme, wobei nur Kandidaten der gleichen Branche gewählt werden dürfen. Zahlreiche große Firmen der Region sind durch Eigentümer oder Manager in den Vollversammlungen vertreten, so Merck und die Heag in Darmstadt oder die Vaccuumschmelze in Hanau. Das Risiko, sich für ein Ehrenamt zur Verfügung zu stellen und dann nicht gewählt zu werden, war unterschiedlich groß; bei der Wahlgruppe des Versicherungsgewerbes in Frankfurt etwa bewarben sich um die zwei Plätze für diese Branche in der Vollversammlung auch nur zwei Kandidaten. Mehrere Kammern teilten am Freitag mit, ungefähr die Hälfte der Mitglieder werde neu in diesen Gremien sein. Die Zahl der Frauen ist durchweg niedrig; in Wiesbaden sind es 13 von 63. Allerdings waren es zuvor nur acht gewesen.

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