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Gemischte Gefühle Messe Frankfurt wächst nur noch im Ausland

26.11.2008 ·  2008 war ein schwieriges Jahr für die Messe Frankfurt. Trotzdem sind Umsatz und Ergebnis so hoch wie nie. Allerdings wächst das Staatsunternehmen nur noch im Ausland. Für den Heimatstandort Frankfurt zeichnet sich keine neue Strategie ab.

Von Manfred Köhler
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Die Messe Frankfurt GmbH hat im zu Ende gehenden Jahr ihr Wachstum fortgesetzt. Wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael von Zitzewitz, berichtete, wird der Konzernumsatz am Jahresende voraussichtlich bei 436 Millionen Euro liegen, das sind zwölf Millionen mehr als 2007. Damit hat das Unternehmen, das zu 60 Prozent der Stadt Frankfurt und zu 40 Prozent dem Land Hessen gehört, seinen Wachstumskurs trotz der Rezession fortgesetzt. Mit 49,7 Millionen Euro wird auch das Ergebnis vor Steuern so hoch ausfallen wie nie.

Allerdings hat das Unternehmen nur im Ausland hinzugewinnen können. Dort stieg der Umsatz um zehn Millionen, im Inland hingegen lediglich um zwei. Auch dies entspricht der Entwicklung früherer Jahre. Während der mit Messen in anderen Ländern erzielte Umsatz von 2005 bis 2008 um ein Drittel wuchs, betrug der Zuwachs im Inland in dieser Zeit gerade einmal ein Zehntel. Wie schon in früheren Jahren wies Zitzewitz auf die harte Konkurrenz der vielen Messestandorte innerhalb Deutschlands hin. Konkurrenzdenken um jeden Preis könne zu einer Verzettelung führen und ruinös enden. „Die deutsche Messe-Industrie solle tunlichst vermeiden, ihren ausländischen Wettbewerbern damit weiter in die Hände zu arbeiten.“

Messen gut gelaufen

Als schwierig hat sich in den zurückliegenden Jahren erwiesen, neue Messen in Frankfurt zu etablieren. Der letzte Versuch war die 2006 entwickelte „Design Annual“, die anspruchsvolle Produkte, darunter Möbel, zeigt. Sie ist inzwischen zu einem Teil der auf den Juli vorverlegten Herbstmesse geworden. Über die Veranstaltung „Hair & Beauty“, die die Messe Frankfurt 2006 von einem privaten Veranstalter übernommen hatte und zu einer Weltleitmesse des Friseurhandwerks ausbauen wollte, äußerte Geschäftsführer Michael Peters, sie habe weder in jenem Jahr noch 2007 einen Gewinn erwirtschaftet. 2008 war die Schau wegen der Absage von Wella sogar ausgefallen. 2009 soll ein neuer Versuch als Teil der – ebenfalls schwächelnden – Kosmetik-Fachmesse „Beautyworld“ unternommen werden. Beim Wettbewerb um die Computerspiele-Messe aus Leipzig hatte Frankfurt zu Jahresbeginn gegen Köln verloren. Zu den schlechten Nachrichten in diesem Jahr zählten außerdem die Absage der Pelz- und auch der Kunstmesse.

Zitzewitz strich heraus, dass es mit der kleinen Gastmesse „Stil-Ikonen“ und dem kürzlich zu Ende gegangenen Fachkongress „Nutec“, der sich mit Nachhaltigkeit befasste, gleichwohl zwei Innovationen in Frankfurt gegeben habe. Peters äußerte, es fänden sich in der Messebranche durchaus noch Themen, die nicht bearbeitet seien. Womöglich müsse aber Abschied von der Idee genommen werden, dass sich auf einen Schlag größere Messen etablieren ließen. Schließlich fange der Konzern auch im Ausland stets mit kleinen Veranstaltungen an, die im Laufe der Jahre zulegten. Trotz der Schwierigkeiten mit einigen Schauen hat die Messe Frankfurt ihr Ergebnis vor Ertragsteuern gegenüber 2007 deutlich steigern können. Im Vergleich zu 2006 bleibt lediglich ein kleines Plus. Der Gewinnanstieg 2006 war seinerzeit mit einem Einmaleffekt begründet worden, über den Zuwachs 2008 äußerte Zitzewitz nur, die Messen seien halt gut gelaufen. Steige die Nachfrage nach Flächen, so sei dies nicht zwangsläufig mit höheren Kosten verbunden.

Hundertjähriges Bestehen der Festhalle

Für 2009 erwartet der Messechef, dass der Konjunktureinbruch auch in seinem Unternehmen Spuren hinterlassen wird. Das Ergebnis werde durch die Zinsen für den Bau der Halle 11 belastet. Andererseits stünden mit der Heizungs- und Sanitärmesse ISH, der Achema und der Automobilmesse drei große Veranstaltungen auf dem Plan. Die vorverlegte Herbstmesse soll 2009 nicht mehr als „Decorate Life“, sondern wieder als „Tendence“ firmieren, jedoch nicht auf den alten Termin im August zurückverlegt werden. Die festen Messestände in Halle 10 für die Konsumgütermessen werden abgebaut. Gefeiert wird im nächsten Jahr das hundertjährige Bestehen der Festhalle.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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