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Frühere Sunrise-Häuser Kursana senkt Preise in Pflege-Villen

07.09.2010 ·  Der amerikanische Altenheimbetreiber Sunrise hat das Handtuch geworfen. Unter Berliner Leitung sollen nun unter anderem vier noble Seniorenheime in Rhein-Main mehr Bewohner als bisher anziehen. Betreiber Kursana ist optimistisch.

Von Thorsten Winter
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Peter Dussmann ist so etwas wie der Claus Wisser von Berlin. Der von ihm gegründete Konzern beschäftigt sich, wie Wissers Wisag aus Frankfurt, mit Gebäudereinigung und -technik sowie Sicherheitsdiensten. Das Kulturkaufhaus in der Hauptstadt gehört aber auch zur Dussmann AG & Co. KGaA und nicht zuletzt die Kursana Residenzen GmbH, deren Mitarbeiter derzeit mehr als 12 600 Senioren betreuen und pflegen. Seit ein paar Tagen wehen Kursana-Fahnen auch vor Gebäuden in der Rhein-Main-Region: dort, wo bisher Sunrise residierte. Die Berliner haben von den Amerikanern vier deutlich unterbelegte Pflegeeinrichtungen in Frankfurt, Oberursel, Königstein und Wiesbaden übernommen und stecken sich ein ehrgeiziges Ziel.

Mitte 2012 sollen die Häuser, so die Kursana-Villa an der Eschersheimer Landstraße in Frankfurt, voll belegt sein, wie Kursana-Chef Jörg Braeseke sagt. Bisher ist das Haus zu 40 Prozent ausgelastet, das in Wiesbaden zu drei Vierteln. 85 Prozent seien nötig, um Geld zu verdienen. Der Altenheimbetreiber Sunrise Senior Living Inc. hatte die Heime angesichts des wirtschaftlichen Misserfolgs abgestoßen und sich vom deutschen Markt zurückgezogen. Zuvor hatten die Amerikaner vieles falsch gemacht, aber nicht alles, wie der Kursana-Chef meint. Die „sehr positive Grundidee“, komfortable Angebote für Senioren zu schaffen, habe Kursana übernommen, das Konzept allerdings „auf wirtschaftliche Tragfähigkeit umgestellt“.

Nun auch vollstationäre Pflege

So setze der Berliner Anbieter anders als Sunrise auf vollstationäre Pflege, auch weil die Bewohner dafür höhere Zuschüsse erhielten. Das Scheitern von Sunrise komme Kursana auch zugute, weil das Unternehmen den zwei Immobilienfonds der Gesellschaften Pramerica und GHS, denen die Häuser gehörten, eine niedrigere Pacht abgehandelt habe. So müssten die Bewohner rund zehn Prozent weniger zahlen.

Bewohner, die in der Pflegestufe I eingruppiert sind, können sich für 2600 Euro aufwärts im Monat in der Frankfurter Villa einmieten. Gut 650 Euro schießt die Pflegekasse zu, wie Braesecke sagt. In Oberursel liege der Einstiegspreis bei 2260 Euro. Wer nicht pflegebedürftig ist und gleichwohl im noblen Kursana-Haus an der Eschersheimer Landstraße leben möchte, ist mit 2777 Euro dabei. Das sind gut 92 Euro am Tag für Vollpension einschließlich Betreuung, Reinigung, Hausnotruf und Unterhaltungsprogramm. Jedem Bewohner der Villa stehen nach Angaben Braeseckes je nach Größe des Apartments zwischen 62 und 72 Quadratmeter zur Verfügung, wobei die jedem Bewohner zugänglichen Aufenthaltsflächen eingerechnet sind. Zum Vergleich: Kursana-Domizile, in denen Senioren in Ein- und Zwei-Bett-Zimmern gepflegt werden, bieten 45 bis 48 Quadratmeter.

„Sahnehäubchen“ auf dem Kursana-Angebot

Als Vorzug der Villa preist der Kursana-Chef auch den Personalschlüssel. Die Einrichtung habe ein Drittel mehr Mitarbeiter als übliche Pflegeheime; derzeit seien 49 der 74 Kräfte für die Pflege da. Dies erlaube eine „Komfort-Demenzpflege“ mit persönlicher Ansprache und Hilfe beim Essen. Braeseke nennt die Villa deshalb das „Sahnehäubchen“ auf dem Kursana-Angebot. Domizile betreibt der Anbieter, der bundesweit auf 95 Häuser kommt, auch in Bruchköbel, Künzell und Seligenstadt. Am Freitag ist Grundsteinlegung für das Domizil in Frankfurt-Griesheim, danach folgt Dreieich.

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