Reichlich Schnee, Frost, gelegentlich sogar blauer Himmel – idealer konnte das Neue Jahr für Wintersportler nicht beginnen. Die Hessen haben Ferien, und wer noch nicht unterwegs ist im Sauerland, im Taunus, in der Rhön oder in den Alpen, wird sich womöglich an diesem Wochenende ins Skivergnügen stürzen.
Nicht nur Anfänger und mittelklassige Fahrer, inzwischen leihen sich immer öfter Profis Skiausrüstung aus, weiß Ulrich Flasche, Inhaber vom Hochsauerland-Skiverleih in Winterberg, zu berichten. Früher habe es gerade mal zwei Anbieter am Ort gegeben. „Heute sind es fünfzehn Verleiher, die alle gut zu tun haben.“
Leih-Skier gut gepflegt
Leihen oder Kaufen? Diese Frage macht Florian Schmidt, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Skimagazin“ an der Ski-Leidenschaft fest. Zehn Tage sind für ihn die entscheidende Grenze. Wer nicht öfter in der Saison Ski laufe, für den rentiere sich die teure Anschaffung nicht. Für Kinder, die noch aus den Schuhen herauswachsen, allemal nicht. Ein Vorteil des Systems: Die Bretter der Verleiher werden gut gepflegt und gewartet und sind technisch in der Regel auf dem neuesten Stand. Nicht selten leihen sich Sportler ein Modell zu Testzwecken aus und lassen sich die Leihgebühr später beim Kauf auf den Preis anrechnen. Das bieten viele Verleiher an.
Zu unterscheiden gilt es in diesem Punkt jedoch zwischen den Urlaubsregionen. Modelle für ausgesprochene Könner würden Skifahrer im Mittelgebirge Sauerland kaum finden, meint Anbieter Flasche aus Winterberg. Leih-Bretter aus dem Top-Bereich gebe es nur in den Top-Skigebieten in den Alpen.
95 Euro in der Woche
Anlaufpunkte für Skifahrer mit Anspruch sind Sportgeschäfte am Heimatort. Alpin Basis, Sportfachgeschäft in der Frankfurter Innenstadt hat rund 50 Paar Skier im Verleih – Bretter aus der Top-Kategorie ebenso wie Allround- und Tourenskier mit Fellen. 95 Euro kostet hier die Woche Ausleihe für einen Top-Ski, das sind Modelle, die zwischen 600 und 800 Euro kosten.
Kuhnis in Niederrad – von Haus aus eine Schreinerei mit skibegeisterten Mitarbeitern, die vor zwei Jahren ins Skigeschäft eingestiegen ist – setzt mit Leihskiern der Marke „Head“ auf die alpine Schiene. Tourenskier gibt es hier nicht und auch – ebenso wie bei den meisten anderen Anbietern – keine Langlaufmodelle. Diese bekommen Skifahrer aber problemlos und günstig bei Verleihern im Skigebiet. Auf den Snowboard-Verleih hat sich der Windsurfing-Shop Rhein-Main in Preungesheim spezialisiert. Hier gibt es Bretter ab 31 Euro am Tag.
Für die Ausleihe im Sportgeschäft zu Hause spricht, dass sich der Sportler in Ruhe Skier und Schuhe aussuchen und beraten lassen kann. „Man hat keine Lauferei am Urlaubsort und damit garantiert zwei Stunden mehr Zeit zum Skifahren“, argumentiert Klaus-Dieter Kraus, Werkstattmeister bei Kuhnis. Von Vorteil ist es in diesem Fall, wenn der Kunde bereits weiß, mit welchem Ski er klar kommt.
Freitags abholen, montags bringen
Die Ausleihe am Urlaubsort hat den Vorteil: Der Transport von sperrigen Skiern und Schuhen entfällt. Zudem lassen sich Probleme, die erst beim Fahren auftauchen, an Ort und Stelle einfacher beheben, die Skier notfalls schnell tauschen.
Preislich schneidet bei unserem Vergleich der Skiverleih Hochsauerland – weitere Adressen gibt es unter www.wintersport-arena.de – mit 15 Euro je Tag am günstigsten ab. Zum gleichen Preis (15,30 Euro) könnte man über die Internet-Seite www.mietski.com für dieses Wochenende auch ein Allround-Paar für einen Tag in Ischgl in Österreich buchen.
Bei den Zeiten zeigen sich zumindest die hiesigen Ausleiher sehr kulant. Skier fürs Wochenende werden in der Regel freitags ausgegeben und können am Montag zurückgebracht werden, bei Alpin Basis und Windsurfing Rhein-Main auch erst am Abend.

