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Frankfurter Geschäfts-Bericht Auf und zu, von hier nach dort

 ·  Einzelhandel auf Expansionskurs: Fahrrad Böttgen eröffnet ein zweites Geschäft, ebenso die Secondhand-Boutique Aschenputtel. Zweirad Stadler macht Bikemax Konkurrenz. Lambert hat jetzt einen Flagshipstore, nebenan baut Maßschneider Cove aus. Ein Geschäftsbericht aus Frankfurt.

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Böttgen und Stadler: David und Goliath

Gleich zwei Zuwächse gilt es für die Fahrradbranche zu vermelden. Zum einen hat Fahrrad Böttgen, Platzhirsch in Bornheim, in der vergangenen Woche an der Querstraße eine Filiale eröffnet. Zudem kommt Zweirad Stadler, nach eigenen Angaben das größte Fahrradhaus in Deutschland, nach Frankfurt. Am 24. März wird das Familienunternehmen aus Regensburg im ehemaligen Toom-Baumarkt an der Borsigallee einen Fahrradhandel eröffnen. Die 13. Stadler-Filiale umfasst 15.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Dagegen nehmen sich die 1700 Quadratmeter im Böttgen-Hauptgeschäft an der Berger Straße und die 350 Quadratmeter in ehemaligen Schulungsräumen der Allianz an der Querstraße vergleichsweise bescheiden aus. Böttgen-Geschäftsführer Jörg Müsse ist jedoch überzeugt von der Innenstadtstrategie: „Wir wollen nah beim Kunden sein.“ Die Querstraße - sie verbindet den Oeder Weg mit der Eschersheimer Landstraße, ist allerdings keine Lauflage - sieht er als guten Übergang vom Nord- zum Westend. In der Gegend gebe es kein Fahrradgeschäft mit größerer Sortierung. Böttgen biete auch im neuen Geschäft ein breites Sortiment an mit einer Mischung aus trendigen Cityrädern und sportlichen Modellen.

Lambert und Cove: Premiere und Ausbau

Im Umbruch befindet sich die Bethmannstraße, die von der Berliner Straße zum Kaiserplatz führt. Im Februar hat das Einrichtungshaus Lambert einen sogenannten Flagshipstore im Erdgeschoss eines sanierten Büro- und Geschäftshauses eröffnet, direkt gegenüber dem Frankfurter Hof. Dort bietet das Unternehmen auf knapp 500 Quadratmetern Möbel- und Wohnaccessoires internationaler Designrichtungen an. Den Stil bezeichnet das Unternehmen aus Mönchengladbach als „modern country“. Vom Landhausstil habe man sich wegentwickelt. Aktuell gibt es Lambert-Accessoires in Frankfurt auch bei Kontrast. Bis vor kurzem gehörte auch das inzwischen geschlossene Luxus-Einrichtungshaus Cri-Cri zu den Händleradressen. Frankfurt ist der sechste Flagshipstore des Unternehmens.

Noch zwei mehr sind es bei Cove (sprich: Kowe), Anbieter hochwertiger Maßkonfektion und Maßschneiderei, der seine Anlaufstelle für Geschäftsmänner und -frauen vor einem Jahr an der Bethmannstraße eröffnet hat. Das Maßgeschäft - genäht werden Anzüge und Kostüme in Deutschland - ist so gut angelaufen, dass Cove jetzt frei werdende Büroräume in der Nachbarschaft nutzt, um auszubauen. Die Fläche wird verdoppelt. Gearbeitet wird in einem offenen Schneider-Atelier auf der Empore.

Aschenputtel Nummer zwei: Secondhand jetzt auch für Männer

Eisenwaren Hartmann an der Neuen Kräme wird von vielen Kunden weiterhin vermisst. Allerdings hat es nicht lange gedauert, bis in die frei gewordenen Geschäftsräume wieder Leben eingezogen ist. Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin hat, wie berichtet, einen Großteil der Fläche belegt. Nebenan hat gestern die Boutique Aschenputtel, erste Adresse in Frankfurt für Marken- und Design-Textilien aus zweiter Hand, einen weiteren Laden eröffnet.

Hier können nicht nur - wie im Hauptgeschäft gegenüber - Frauen aussortierte Anziehsachen vorbeibringen und in Kommission geben, sondern auch Männer. Voraussetzung: Hosen und Hemden müssen modisch aktuell und hochwertig sein. H&M geht bei Aschenputtel nicht. Eta Ronder-Phelps, seit einem Jahr Boutique-Chefin, ist zuversichtlich, dass das Konzept funktioniert. Männer zeigten ein gesteigertes Interesse an Mode aus zweiter Hand.

Bettwäsche und Handtücher: demnächst bei Zara und H&M

Während Regionalpolitiker streng darauf achten, dass auf der Grünen Wiese kein Quadratmeter Verkaufsfläche für Heimtextilien und Haushaltswaren zu viel entsteht, bauen Anbieter wie Zara und H&M ihr Angebot in der Frankfurter Innenstadt aus. Online können Kunden Kissen, Bettwäsche und Handtücher schon länger erwerben. Am 31. März wird die spanische Modekette Zara nun ihr erstes deutsches Einrichtungshaus am Rathenauplatz eröffnen.

Auch H&M will in diesem Jahr in Frankfurt Premiere für Wohnaccessoires feiern. Noch macht das schwedische Unternehmen ein Geheimnis daraus, wo genau und in welcher Form dies geschehen soll, allerdings gehen Branchen-Insider davon aus, dass die Schweden für H&M Home, wie das Konzept heißt, eine Fläche in einer bestehenden Filiale abtrennen werden. So sei es auch in den weltweit sechs anderen H&M-Home-Geschäften der Fall.

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Jahrgang 1964, feste freie Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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