Home
http://www.faz.net/-gzj-10xyl
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 19. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Frankfurter Flughafen Fraport sieht Weg für Ausbau frei

06.11.2008 ·  Fraport will Anfang 2009 mit dem Bau der neuen Landebahn beginnen. Nach dem Scheitern der rot-grünen Regierungsbildung stehe dem Flughafenausbau nichts mehr im Wege, sagte Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender.

Von Jochen Remmert
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nach dem Scheitern der Regierungsbildung von SPD und Grünen in Wiesbaden ist der Flughafenbetreiber Fraport AG zuversichtlich, wie geplant Anfang 2009 mit dem Bau der neuen Landebahn beginnen zu können. Die beiden Parteien hatten in ihrem Koalitionsvertrag die Absicht bekundet, ein weiteres Verfahren zum Ausbau auf den Weg zu bringen und sämtliche Arbeiten bis zu einer endgültigen Entscheidung zu verhindern. Das hätte nach Ansicht von Fraport zu Verzögerungen von mehr als einem Jahr führen können.

Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender sagte bei der Vorlage der Neunmonatszahlen, er erwarte nun, dass die Nordwestlandebahn Ende Oktober 2011 in Betrieb gehen könne. Zum Ausbau und zum Nachtflugverbot stünden keine politischen Entscheidungen mehr aus. Wie zugesagt, werde Fraport aber bis zur Eilentscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Kassel, mit der Anfang 2009 zu rechnen ist, keine Tatsachen schaffen.

Bender: In diesem Jahr weniger Passagiere

Den Ausbau hält Bender für notwendig, obwohl sich die Verkehrszahlen in Frankfurt nicht zufriedenstellend entwickeln, wie er weiter sagte. Zwar sind in Frankfurt mit 41,1 Millionen Passagieren in den ersten drei Quartalen dieses Jahres noch 0,1 Prozent mehr Fluggäste gezählt worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auf das ganze Jahr gesehen rechnet Bender für Frankfurt aber mit einem Schwund von 1,0 bis 1,5 Prozent.

Nach erfreulichen Steigerungsraten im ersten Halbjahr hätten die konjunkturellen Abschwungtendenzen und die Krise an den Finanzmärkten nun den Weltluftverkehr und damit das operative Geschäft der Fraport AG erreicht. Keine negativen Auswirkungen habe die konjunkturelle Abkühlung auf die Bewirtschaftung der Immobilien am Frankfurter Flughafen, die Nachfrage sei ausgesprochen gut. Trotz des Passagierrückgangs in Frankfurt rechnet Fraport damit, den Gewinn in diesem Jahr steigern zu können.

Im Hinblick auf den noch immer nicht rentablen Hunsrückflughafen Hahn, an dem Fraport sowie die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz beteiligt ist, äußerte Bender, es gebe „kein Tabu“, wenn dort nicht bis 2010 die Gewinnzone erreicht werde. Auch ein Ausstieg ist demnach nicht ausgeschlossen. Eine Sprecherin des Flughafens Hahn dementierte eine Meldung, die Billigfluglinie Ryanair, der mit Abstand größte Kunde des Flughafens, müsse künftig sehr viel höhere Gebühren zahlen.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Wut rechtfertigt nicht alles

Von Werner D’Inka

Wer wehleidig ist, sollte von Politik die Finger lassen, denn schnell fällt im Streit der Meinungen einmal ein derber Ausdruck. Mehr 1 1