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Frankfurt befragt Firmen Wissen, was die Industrie braucht

200 Frankfurter Industrieunternehmen bekommen bis Ende Dezember Post von der Stadt. Die Stadt will wissen, wie es um die Unternehmen steht und welche Wünsche sie haben. Die Industrie ist der wichtigste Gewerbesteuerzahler.

© F.A.Z. Vergrößern Die Vorauszahlungen im Bankensektor beliefen sich auf insgesamt 168,6 Millionen Euro

200 Betriebe aus der Industrie bekommen noch bis Jahresende Post von der Stadt Frankfurt. Wie Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) dieser Zeitung sagte, will die Stadt unter anderem wissen, wie es um das jeweilige Unternehmen steht und welche Wünsche die Firmen an die Kommune haben. Die Fragebogenaktion gehört zur Arbeit an einem Masterplan für die Industrie in Frankfurt. Sie folgt auf eine erste Bestandsaufnahme, für die Manager und Betriebsräte von zehn Großunternehmen wie dem Bremsenhersteller Continental Teves, dem Großventileproduzenten Samson und dem Pharmakonzern Sanofi „intensivst“ befragt wurden, wie Frank erläuterte.

Mit der Umfrage unter den 200 Unternehmen soll sich am 16. November ein Beirat befassen, den die Stadt für die Arbeit am Masterplan gebildet hat und in dem auch hochrangige Vertreter der Industrie und der Gewerkschaften sitzen. Während der Sitzung wird es nach den Worten des Dezernenten auch um Zwischenergebnisse zweier Studien zur Industrie in Frankfurt gehen, an denen Wissenschaftler der Goethe-Universität arbeiten. Sie sollen herausfinden, welcher Industriezweig welche Flächen braucht und welche Anforderungen er an die Arbeitskräfte und die Bildung stellt. Diese Fragen sind schon deshalb erheblich, weil der größte Anteil der Vorauszahlungen an Gewerbesteuer in Frankfurt aus der Industrie kommt (siehe Grafik).

„Bestandsschutz genügt nicht“

Dass sich die Männer und Frauen an den wesentlichen Schaltstellen im Rathaus Römer der Bedeutung der Industrie mittlerweile bewusst seien, davon zeigte sich Frank überzeugt. So spreche etwa Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) nicht nur von Bauen und Wohnen, sondern verweise von sich aus auf die Notwendigkeit, das gesamte Bild im Auge zu haben, also auch die Industrie. Allein die Ankündigung des Masterplans im Herbst 2011 habe die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs für Frankfurt hervorgehoben. Die Industrie sei die Basis für den Wohlstand in der Stadt.

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Bestandsschutz zu gewährleisten genügt aus Sicht Franks in diesem Zusammenhang nicht. Bestandsschutz bedeute nicht mehr als die Zusage, einen Betrieb wirtschaften zu lassen, wie er es wolle. Die Industrie brauche vielmehr Visionen im Sinne von Wachstumsmöglichkeiten. „Dazu müssen wir die Überschrift geben“, meint der Wirtschaftsdezernent mit Blick auf den Masterplan. Zudem tritt er dafür ein, das Image der Industrie in der Bevölkerung zu verbessern. Es nütze im Zweifelsfall wenig, wenn Geschäftsführung und Betriebsräte ihr Bestes gäben, einen Betrieb zukunftsfähig zu machen, das Umfeld aber dies nicht erfasse.

„Infraserv ein Paradebeispiel“

Als gute Beispiele für aktive Imagepflege aus der Industrie selbst heraus nannte er die „Lange Nacht der Industrie“ sowie die Nachbarschaftstreffen des Industrieparkbetreibers Infraserv Höchst, denen die Allessa-Chemie in Fechenheim nacheifert. „Infraserv ist ein Paradebeispiel in der Bundesrepublik“, lobte Frank den aus der Hoechst AG hervorgegangenen Dienstleister, der sich unter anderem um Ver- und Entsorgung und den Werkschutz kümmert.

Quelle: F.A.Z.

 
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