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Franconofurt-Sprecher Sen „Krise in Amerika strahlt aus“

13.08.2007 ·  An der Börse stehen in diesen Wochen vor dem Hintergrund der Hypothekenkrise in Amerika besonders Immobilienwerte unter Druck - und zwar unanhängig davon, ob sie in Amerika engagiert sind oder nicht. Zu den leidenden Titeln zählen auch Franconofurt und Francono-Rhein-Main.

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An der Börse stehen in diesen Wochen vor dem Hintergrund der Hypothekenkrise in Amerika besonders Immobilienwerte unter Druck - und zwar unanhängig davon, ob sie in Amerika engagiert sind oder nicht. Zu den leidenden Titeln zählen auch Franconofurt und Francono-Rhein-Main. Konzernsprecher Metehan Sen äußert sich im Interview zu den Aussichten:

Die Aktien der Franconofurt AG und der Tochter Francono Rhein-Main AG sind seit Wochen kräftig auf Talfahrt. Die Börse wettet wohl auf schlechte Geschäfte. Zu Recht?

Unsere Aktienkurse sind etwas unter Druck geraten, weil Anleger für den deutschen Immobiliensektor insgesamt kritischer geworden sind. Das liegt vor allem an der Immobilienkrise in Amerika, wo viele Hausbesitzer nach Zinssteigerungen ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Zwar sollte das den hiesigen Markt nicht beeinflussen, da die Volkswirtschaft gut läuft. Aber da Investoren global agieren, nehmen sie deutsche Immobilienwerte mit in Gefangenschaft, was aber nicht nachzuvollziehen ist.

Wie laufen denn Ihre Geschäfte?

Wir kaufen sehr gut, sehr schnell und zu guten Renditen ein. Unser Geschäft läuft auf Hochtouren. Gleichwohl strahlt die Immobilienkrise in Amerika, wie gesagt, auf Deutschland und die Stimmung unter Anlegern aus, und das wirkt sich leider auf die Kurse unserer Aktien aus.

Wie lange geht es noch abwärts?

Anfang Januar war der Kurs der Franconofurt-Aktie schon einmal innerhalb kurzer Zeit von etwa 13 Euro auf 10,80 Euro gefallen, bevor er bis Ende Februar auf fast 15,80 Euro hochlief. Da unsere Geschäfte gut laufen, gehen wir davon aus, dass der Kurs sich wieder berappelt. Unsere Dividendenrendite sichert den Kurs zudem nach unten ab.

Auch bei uns steigen die Zinsen. Inwieweit beeinträchtigt dies die Franconofurt, wenn es um neue Kredite zum Kauf von Häusern geht?

Dass die Refinanzierung teurer wird, ist zwar ein konkretes Risiko, für uns aber nicht so wichtig, denn wir sind auf sieben bis zehn Jahre fest refinanziert. Außerdem sichern wir heute schon die Bedingungen für zukünftige Finanzierungen ab. Deshalb sollten wir von steigenden Zinsen nicht so hart getroffen werden.

Wann steigen die Aktien wieder?

Die Werte laufen ja relativ gut. Franconofurt liegt deutlich über dem Ausgabepreis. Die Francono Rhein-Main hat zwar seit dem Börsengang rund 18 Prozent eingebüßt, andere deutsche Immobilienaktien haben ANTWORT: aber 50 oder 60 Prozent verloren. Ich glaube, dass unsere Aktienkurse nun wieder drehen sollten. Zumal die Renditen in Deutschland zuletzt gesunken sind. Dadurch wird auch unsere Refinanzierung wieder günstiger und verbessert unsere Marge.

Die sogenannte „relative Stärke“ der Francono Rhein-Main-Aktie gegenüber anderen Immobilienwerten ist aber für Anleger, die den Börsengang mitgemacht haben, doch nur ein ganz schwacher Trost . . .

Das stimmt - aber diese Anleger hätte es schlimmer treffen können, wenn sie andere Papiere gezeichnet hätten. Unsere Werte zählen zu den Immobilienaktien, die am stabilsten im Markt liegen. Deshalb glauben wir auch, dass wir besonders profitieren werden, wenn es bei Immobilienwerten wieder aufwärtsgeht. Der Juli war für die Francono Rhein-Main ein Rekordmonat beim Einkauf von Häusern, der August dürfte auch gut werden. Ziel ist es, bis Ende 2009 ein Bruttoeinkaufsvolumen von einer Milliarde Euro zu erzielen.

Wie viel investieren Sie 2007?

Im Konzern wollen wir 250 Millionen Euro in Deutschland investieren, das werden wir auf jeden Fall schaffen. Es würde mich nicht wundern, wenn wir am Ende einen Tick drüber liegen. Dies sollte unser Aktienkurs auch widerspiegeln. Wir gehören zu den am schnellsten wachsenden Immobilienwerten in Deutschland.

Die Fragen stellte Thorsten Winter.

Quelle: F.A.Z., 01.08.2007, Nr. 176 / Seite 42
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