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Veröffentlicht: 07.05.2017, 15:04 Uhr

Flughäfen im Vergleich Frankfurts Vorsprung gegenüber München schmilzt

Der Frankfurter Flughafen ist die Nummer eins in Deutschland. Doch Verfolger München wächst. Dabei haben die Bayern noch keine dritte Piste.

von , Frankfurt
© Fraport AG Wettbewerber: Die Flughäfen in Frankfurt (im Bild) und München ringen um Passagiere und um Marktanteile.

Der zweitgrößte deutsche Flughafen nach Frankfurt hat derzeit viele Gründe zu feiern: Einmal ist die Zahl der Passagiere in München im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent auf mehr als 42 Millionen gestiegen, während Frankfurt mit einem Minus von 0,4 Prozent unter die 61 Millionen rutschte. Zudem ist gerade das Terminal 2 der Bayern vom anerkannten Londoner Skytrax-Institut zum besten Terminal der Welt gekürt worden. Das Abfertigungsgebäude wurde vor einem Jahr um einen Satellit mit einer Passagierkapazität von 11 Millionen erweitert, der seither reibungslos funktioniert.

Jochen Remmert Folgen:

Die Lufthansa und ihre Star Alliance-Partner haben in diesem auch Midfield-Terminal genannten Satelliten in dieser Zeit neun Millionen Passagiere ein-, aus- und umsteigen lassen. Rund 20 Prozent davon sind auf Interkontinentalverbindungen unterwegs gewesen. Und genau hier wollen die Münchner mehr wachsen als bisher. Also dort, wo bislang der große Frankfurter Konkurrent klar dominiert. Der Münchner Flughafenchef Michael Kerkloh hat das Ziel ausgegeben, innerhalb von höchstens fünf Jahren den Anteil der Interkontinental-Passagiere am Gesamtaufkommen von 16 auf mindestens 20 Prozent zu steigern. 2016 zählte München 42,2 Millionen Passagiere, mehr als 6,8 Millionen davon reisten zwischen Kontinenten, knapp die Hälfte davon nutzten München zum Umsteigen. Im Jahr davor notierte München noch 6,5 Millionen Interkontinental-Passagiere mit fast gleicher Umsteigerquote.

München gewinnt für Lufthansa an Bedeutung

Angesichts eines Anteils von fast 40 Prozent Interkontinental-Passagieren müssen sich die Frankfurter zwar noch keine Sorgen um ihre nationale Vormachtstellung im Langstreckenverkehr zwischen den Kontinenten machen. Es könnten ihnen aber durchaus etliche der zurzeit gut 23 Millionen Fluggästen auf diesem Feld verloren gehen. Das würde sich deutlich in den Geschäftszahlen des Flughafenbetreibers Fraport AG niederschlagen. Gerade diese Passagiere und ganz besonders die Umsteiger unter ihnen sorgen für den erheblichen Ergebnisbeitrag des Einzelhandels jenseits der Sicherheitskontrollen.

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Für einen Ausbau des interkontinentalen Verkehrs in München, also der Flugbewegungen von Europa nach Asien und nach Amerika, spielt der neue Airbus A350 eine große Rolle. Die Lufthansa hat gerade verkündet, ihre Münchner A350-Flotte um fünf auf 15 Maschinen erweitern zu wollen. Dieses hochmoderne Langstreckenflugzeug mit rund 300 Plätzen ist den Angaben zufolge so günstig zu betreiben, dass die Stückkosten ähnlich niedrig sind, wie die des Riesenairbus A380, wenn er mit rund 555 Passagieren voll besetzt auf die Reise geht. Um den Megaflieger A380 voll zu bekommen, braucht man aber eher einen Mega-Hub wie Frankfurt mit seinen zahlreichen Zubringerverbindungen. Eine kompaktere Langstreckenmaschine wie den A350 bekommt man hingegen auf einem kleineren Drehkreuz mit geringerem Umsteigeraufkommen wie München voll. Noch dazu gilt der Airbus A350 als besonders leises Flugzeug, was die Akzeptanz des Flughafens bei den Anrainern erhöhen kann. Das alles hat wohl zu der Äußerung von Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr vor einigen Wochen beigetragen, wonach München für die Kranichlinie an Bedeutung gewinne. Dass das auch zu Lasten Frankfurts gehen könnte, musste Spohr erst gar nicht sagen.

Allerdings zeichnet sich in München mit seinen zwei Bahnen ein Kapazitätsproblem ab. Die dritte Parallelbahn ist zwar geplant, die Politik hat aber noch nicht entschieden. Auch wenn das schnell gehen sollte, wäre sie nicht vor 2023 betriebsbereit. Dann allerdings hätte München mit dem einfacher zu nutzenden Bahnsystem mit bis zu 126 Flugbewegungen in der Stunde in etwa die gleiche Kapazität wie Frankfurt mit vier Pisten, von denen allerdings eine nur Lande- und eine nur Startbahn ist und Letztere auch noch quer zu den übrigen liegt. Hinzu kommt, dass die anderen beiden noch so dicht nebeneinander sind, dass man sie aus Sicherheitsgründen nicht parallel betreiben darf.

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