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„Flinc“ : Auf Kurzstrecken fast wie ein Taxi

Das Flinc-Team. Bild: Marcus Kaufhold

Mitfahrzentralen gibt es viele - doch noch keine für kurze Strecken. Diese Lücke will das junge Unternehmen „Flinc“ aus Dieburg nun schließen.

          Am Anfang stand die Entdeckung der kurzen Fahrten und der leeren Autos. Benjamin Kirschner und Michael Hübl, beide in der Endphase ihres Studiums, suchten ein Thema für ihr letztes Projekt an der Universität – und eine Möglichkeit, später einmal Geld zu verdienen. So entstand Flinc. Das ist eine Mitfahrzentrale, wie es sie inzwischen schon mehrfach und fast nur noch im Internet gibt. Bei Flinc geht es aber nicht um die Fahrt von Frankfurt nach Köln, sondern um die von Darmstadt/Berliner Ring nach Neu-Isenburg. „Etwa 80 Prozent aller mit dem Auto zurückgelegten Strecken sind sehr kurz“, sagt Flinc-Gründer Benjamin Kirschner. Dafür werden sie oft jeden Tag gefahren, zum Beispiel zur Arbeit. Zudem säßen, so Kirschner, im Durchschnitt nur 1,3 Personen in einem Auto. „Das ist unrentabel und nicht umweltschonend.“

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Das Internetportal von Flinc will nun diese Kurzstrecken vermitteln und damit eine Lücke der bisherigen Mitfahrzentralen schließen. Damit das funktioniert, kann man als Fahrer seine Strecke bei Flinc eintragen. Das kann bei einer täglich anfallenden Strecke vom heimischen Computer aus geschehen oder bei einer spontanen Fahrt über das Handy. Die Daten werden mit denen verglichen, die ein potentieller Mitfahrer eingetragen hat. Der hat das entweder vor einiger Zeit getan oder spontan vom Straßenrand aus, als suche er ein Taxi. Flinc gibt dem Fahrer dann in einigen Sekunden bekannt, wer mitfahren will und wo er ist. Stimmt der Fahrer zu, werden ihm die Strecke und der Umweg über ein Navigationssystem angezeigt. Geld verdient der Fahrer damit nicht, der Mitfahrer deckt nur seine Kosten. Wie erfolgreich Flinc sein wird, wird von der Menge an Nutzern, die Fahrten anbieten und suchen, abhängen.

          Nähe zu den Studenten

          Die Idee entstand im September 2009. Hübl schrieb dazu seine Diplomarbeit, im Mai 2010 ging das Unternehmen an den Start. Beim ersten Praxistest auf einer Uni-Messe gab es gute Resonanz. Schnell schaffte Flinc Arbeitsplätze: Zwölf Personen arbeiten für die Firma. Die Gehälter hätten in der ersten Zeit die Gründer selbst bezahlt, sagt Kirschner. Inzwischen gebe es einen Investor, der das übernehme. Die Software von Flinc soll unentgeltlich bleiben; Geld verdienen wollen die Jungunternehmer über ein elektronisches Bezahlsystem.

          Unterschlupf hat das Unternehmen erst einmal im Inkubator gefunden, einem Gebäude der Hochschule Darmstadt in der Außenstelle Dieburg, das jungen Unternehmensgründern mietfrei Büroräume zur Verfügung stellt. Für Kirschner hat das gleich einen doppelten Vorteil: „Es ist schön, in Universitätsnähe arbeiten zu können, weil in diesem Umfeld auch immer wieder gute Ideen an uns herangetragen werden.“ Auch wenn die Technik noch nicht ausgereift wird, unterstützt Apple die Dieburger. Im AppStore erschien Flinc schon auf der Startseite, was für einige Bekanntheit sorgen dürfte. Die Kommentare zu der Applikation sind in der Regel sehr positiv, wenn man auch nicht weiß, wer sie geschrieben hat. Ein Tester meint: „Hier steckt extrem viel Potential drin.“Mona Jaeger

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