Home
http://www.faz.net/-gzj-138u3
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fitnessstudios werben um Kunden Privattrainer mit Geld-zurück-Garantie

29.07.2009 ·  Die Frankfurter Fitnessstudio-Kette Fitness First bietet etwa Privattrainer mit Geld-zurück-Garantie an, um Kunden zu binden. Die Insolvenz der Nummer vier in der Branche hat die Anbieter aufgeschreckt.

Von Tim Kanning
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die Frankfurter Fitnessstudio-Kette Fitness First lässt sich einiges einfallen, um in der Wirtschaftskrise nicht zu viele Kunden zu verlieren. Seit einigen Monate probiert der zweitgrößte deutsche Studio-Betreiber in seinen Frankfurter Einrichtungen zum Beispiel den „First Club“ mit diversen Vergünstigungen aus, in den Mitglieder kostenlos eintreten können, sobald sie länger als elf Monate bei Fitness First sind. 11.000 Mitglieder zähle der Club nach dieser Frankfurter Pilotphase, sagt ein Sprecher des Unternehmens, die Kündigungsquote sei deutlich zurückgegangen. Im September soll das Programm auf alle 100 deutschen Clubs ausgeweitet werden.

Die Wirtschaftskrise erreicht langsam den Fitnessmarkt. In der vergangenen Woche hat die Insolvenz der vor allem im Norden Deutschlands starken Kette Elixia – mit 68.000 Mitgliedern die Nummer vier im Markt – die Branche aufgeschreckt. Nach stetigem Mitgliederzuwachs in den vergangenen Jahren zeigt sich auch Fitness First derzeit schon mit einer Stagnation bei 280.000 zufrieden. Mit neuen Mitgliedern können in diesen Wochen einzig die Billiganbieter wie der Branchenprimus McFit aufwarten. Wenn die Wirtschaftskrise sich erst richtig auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht und immer mehr Menschen weniger Geld im Portemonnaie haben, dürfte das Fitnessstudio für viele unter den ersten verzichtbaren Posten sein.

Pausenmonate möglich

Ein Sprecher von Fitness First berichtet schon von Einzelfällen, in denen Mitglieder ihre Kündigung damit begründeten, dass ihr Arbeitgeber Kurzarbeit angemeldet habe und sie alle monatlichen Belastungen zurückfahren müssten. „In solchen Fällen bieten wir den Kunden schonmal drei Pausenmonate an“, heißt es weiter. Hauptsache, der Kunde kündigt nicht.

Fitness First hat sich im vergangenen Jahr neu aufgestellt. Mit renovierten Studios und neuen Edeleinrichtungen wie jener in den obersten Etagen des Einkaufszentrums an der Zeil will sich das Unternehmen im oberen Preissegment positionieren. Die zahlungskräftigere Kundschaft lässt sich auch weniger von Konjunkturschwankungen beeindrucken, so das Kalkül.

Privattrainer mit Geld-zurück-Garantie

Um diese anspruchsvolle Klientel zu erreichen, bietet das Studio auch Besonderheiten wie Privattrainer an – gegen Zusatzgebühr. Und gerade bei solchen Extraleistungen könnte dann wieder doch gespart werden. Um dem entgegenzuwirken, bietet Fitness First die Personal Trainer inzwischen mit Geld-zurück-Garantie an, falls ein Kunde nicht zufrieden ist. Bislang liefen die Angebote weiter sehr gut, sagte der Sprecher.

Bis Ende des Jahres will der Studiobetreiber seine neue Hauptverwaltung an der Hanauer Landstraße beziehen, die derzeit gebaut wird. Schon in der ersten Novemberwoche soll das angeschlossene neue Studio eröffnen – mit Schwimmbad und Sportplatz auf dem Dach. Der Basketballkorb hängt schon.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Karlsruher Konzern unter Druck

Von Manfred Köhler

Der Energieversorger ENBW im Rhein-Main-Gebiet? Neu wäre das nicht. Der Karlsruher Konzern ist mit 15,1 der Mannheimer MVV Energie beteiligt, die wiederum 48,6 Prozent am Offenbacher Energieversorger EVO hält. Mehr