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Veröffentlicht: 14.01.2011, 11:46 Uhr

Eva Wunsch-Weber Künftig führt eine Frau die Frankfurter Volksbank

Die Frankfurter Volksbank reiht sich ein in die regionalen Kreditinstitute, die dieser Tage gute Zahlen für 2010 vorlegen. Doch Volksbankchef Tonnellier hat noch eine weitere Nachricht parat: Eva Wunsch-Weber soll dereinst seine Nachfolgerin werden. Wann - das sagt er nicht.

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© Lucas Wahl Designierte Chefin der Frankfurter Volksbank: Eva Wunsch-Weber

Der Vorstand der Frankfurter Volksbank steht vor einem größeren Umbau. Wie der Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Tonnellier berichtete, werden zum 30. Juni zwei Mitglieder in den Ruhestand treten, Heinz Botzum und Heinz Wolski. Zugleich gab Tonnellier gestern bekannt, dass sich der Aufsichtsrat auf eine Nachfolgeregelung für ihn festgelegt habe. Danach soll die 46 Jahre alte Eva Wunsch-Weber, die dem Vorstand seit 2008 angehört, künftig das Kreditinstitut führen. Den Zeitpunkt des Wechsels nannte Tonnellier nicht; das Datum stehe aber bereits fest, gab er an. Tonnellier wird am 13. März 63 Jahre alt.

Manfred  Köhler Folgen:

Dem Vorstand der Frankfurter Volksbank gehören derzeit acht Personen an. Die hohe Zahl ist eine Folge der Fusionen der vergangenen Jahre. Tonnellier deutete an, dass freiwerdende Stellen im Vorstand vorerst nicht wieder besetzt würden, bis mit etwa vier Mitgliedern eine der Größe des Hauses angemessene Zahl erreicht sei. Vorerst wurden aber vom Aufsichtsrat Wunsch-Weber und Peter Völker zu stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden befördert.

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„Ich freue mich über die Entscheidung“

Tonnellier hob hervor, die Frankfurter Volksbank werde die erste große in Deutschland sein, an deren Spitze eine Frau stehe. „Ich freue mich über die Entscheidung und einen damit verbundenen überaus harmonischen Führungswechsel.“ Die Mitarbeiter des Hauses rieten ihren mittelständischen Kunden stets, sich rechtzeitig Gedanken über ihre Nachfolge zu machen. Dies wolle man auch vorleben.

Die Frankfurter Volksbank hat im vergangenen Jahr im laufenden Geschäft 114,1 Millionen Euro verdient; als Betriebsergebnis nach Bewertung weist sie 89,2 Millionen aus. Tonnellier sprach vom besten operativen Ergebnis des Hauses überhaupt. Erstmals überschritt die Bilanzsumme sieben Milliarden Euro. Der Vorstandsvorsitzende verwies auf eine Untersuchung der „Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen“, in der das von ihm geführte Unternehmen im Dezember bei einem Vergleich der operativen Rentabilität von 50 Volksbanken als Sieger hervorgegangen war.

Frankfurt ein „Haifischbecken“

Wie Tonnellier sagte, ist die im Vergleich zu anderen Häusern der Region hohe Rentabilität eine unmittelbare Folge der 13 Fusionen mit kleineren Volksbanken in den vergangenen Jahren. Mit der Konzentration allein auf das Geschäft in einer Großstadt sei eine Volksbank nicht überlebensfähig; namentlich Frankfurt sei angesichts der Vielzahl der Kreditinstitute ein „Haifischbecken“. Das bedeutet umgekehrt, dass sich in den weniger umkämpften Landkreisen mehr verdienen lässt, weil die Kunden weniger Auswahl zwischen verschiedenen Kreditinstituten haben und wohl auch weniger um Konditionen feilschen. Tonnellier berichtete, in den Teilen des Geschäftsgebiets, in denen es keine Kassierer mehr gegeben habe, seien solche wieder eingeführt worden, weil so der persönliche Kontakt zu den Kunden besser gepflegt werden könne.

Quelle: F.A.Z.

 

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