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Samstag, 18. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Euro Finance Week Appelle an die Selbstverantwortung der Banken

20.11.2009 ·  Zum Abschluss der Euro Finance Week wurden die Banker zurechtgewiesen. Die Risikoabschätzung sollen sie nicht auf Aufsicht oder Ratingagenturen abschieben, Lehren aus der Krise gefälligst ernst nehmen.

Von Tim Kanning
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Große Worte und dramatische Warnungen waren es, mit denen die Frankfurt Euro Finance Week in der Alten Oper zu Ende ging. Nicht weniger als das Fortbestehen der Demokratie sieht der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet gefährdet, sollten die Steuerzahler die Banken in naher Zukunft noch einmal mit derart großen Summen für ihre eigenen Fehler unterstützen müssen. Deswegen sollten die Banker sich ihrer Verantwortung bewusst sein, die Krise gründlich aufzuarbeiten und Lehren daraus zu beherzigen. „Wir sind zum Erfolg verpflichtet“, rief er den versammelten Spitzen der Finanzwelt im Mozartsaal. Es sei zu früh, schon über das Ende der Krise zu jubeln.

Auch Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) warnte, dass die Krise noch nicht durchgestanden sei. Welche Auswirkungen die Bankenkrise auf den Arbeitsmarkt oder auch die städtischen Finanzen in Frankfurt haben wird, sei noch gar nicht abzusehen. Sie tadelte die anwesenden Banker im Saal dafür, schon wieder hohe Boni auszugeben, obwohl die Krise noch gar nicht ganz bewältigt sei.

Commerzbank-Finanzchef muss Malus zahlen

Neben Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der die Abschlussveranstaltung als Schirmherr leitete und den ganzen Tag über in der ersten Reihe saß, hatte auch andere Finanzprominenz den Weg in die Alte Oper gefunden. Der Vorstandsvorsitzende der DZ-Bank Wolfgang Kirsch saß ebenso im Publikum wie der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Jochen Sanio. Helvetia-Chef Wolfram Wrabetz saß dicht bei Norbert Walter, dem Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Selbst der gescheiterte Arcandor-Retter Karl-Gerhard Eick und der heftig umstrittene Vorstandschef der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, waren zu sehen.

Spontan abgesagt hatte indes Martin Blessing, der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank. Er hatte sich vor vier Wochen beim Laufen verletzt, und hat nun endlich den Rat seines Arztes befolgt, ein bisschen kürzer zu treten. Ihn vertrat sein Finanzvorstand Eric Strutz. Der bekannte, dass er wohl einer der ersten Banker sei, die anstatt einen Bonus zu bekommen, einen Malus zahlen müssten. Rund 27.000 Euro habe er der Commerzbank gerade zurücküberwiesen. Ob das nun allerdings dazu führe, dass er weniger Risiko eingehe, das werde er wohl erst über Weihnachten entscheiden.

Den Appellen an die Finanzwelt, die Aufarbeitung der Krise ernst zu nehmen, schloss sich auch der neue Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an. Seiner Ansicht nach werde die Ordnung der Sozialen Markwirtschaft von der Gesellschaft nur weiter akzeptiert, wenn ihr Grundsatz „kein Risiko ohne Haftung“ wieder befolgt würde. Er stellte aber zugleich klar, dass seiner Auffassung nach jede staatliche Regelung immer nur die zweitbeste sein könne und selbstverantwortliches Handeln zu besseren Lösungen führe.

Internes Risikomanagement als erste Verteidigungslinie

Für mehr Selbstverantwortung der Banken sprach sich auch der Präsident der Bundesbank, Axel Weber, aus. Er kritisierte die derzeitigen Rufe nach immer mehr und besserer Regulierung. „Die erste Verteidigungslinie muss das interne Risikomanagement der Banken bleiben“, sagte er. Wozu brauche man eine gut bezahlte Vorstandsriege, wenn am Ende die Verantwortung dafür, ob Geschäftsmodelle oder Übernahmen funktionierten, an die Aufsicht abgewälzt würde.

Die Kreditinstitute neigten dazu, die eigene Verantwortung an Dritte abzutreten, sagte Weber. So auch an die Ratingagenturen, deren Falsch-Bewertung einiger Kapitalmarktprodukte gerne für die Krise verantwortlich gemacht werden. Weber rief die Banken dazu auf, sich wieder selbst mehr darauf zu konzentrieren, eigene Bewertungen vozunehmen. Die Märkte seien zu dynamisch, als dass die Aufsicht für jedes neue Produkt eigene Richtlinien entwickeln könne. Offenbar hätten nicht mal die Investmentabteilungen vieler Banken mit den Innovationen an den Märkten Schritt halten können und viele neue Produkte nicht verstanden – gekauft hätten sie sie dann trotzdem.

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