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Energieversorgung Stromverbrauch in Frankfurt steigt und steigt

 ·  Laut Mainova wird sich die Nachfrage nach Strom in Frankfurt bis 2020 um ein Fünftel erhöhen. Als Energiefresser erweisen sich vor allem neue Rechenzentren.

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Die Mainova AG hat prognostiziert, dass sich der Stromverbrauch in Frankfurt bis 2020 um weitere 18 Prozent erhöhen wird. Als Hauptgrund dafür nannte der Vorstandsvorsitzende Constantin Alsheimer den anhaltenden Bau neuer Rechenzentren in der Mainmetropole. In Frankfurt betreiben nicht nur große Dienstleistungsunternehmen wie die Banken, die Börse und Fraport große Rechner in Eigenregie, sondern es haben sich auch mehrere Rechenzentrums-Betreiber angesiedelt, in deren Hallen Unternehmen gegen Geld Hochleistungsrechner aufstellen dürfen. So findet sich in einem unscheinbaren Gebäude an der Hanauer Landstraße der größte Internet-Knoten der Welt.

Schon entfällt ein beachtlicher Teil des in Frankfurt verbrauchten Stroms auf Rechenzentren. Die Mainova schätzt den Anteil auf 20 Prozent. Dabei geht es weniger um den Betrieb der Rechner, sondern vor allem um ihre Kühlung. Generell ist der Stromverbrauch der Wirtschaft in Frankfurt hoch. Während sich die Nachfrage in ganz Hessen seit dem Jahr 2000 lediglich um ungefähr ein Zwanzigstel erhöht hat, ist sie in Frankfurt in dieser Zeit um ein Fünftel gestiegen, womit sich aber nur eine seit Jahrzehnten zu beobachtende Entwicklung fortgesetzt hat. Am 12. Juli 2010 erreichte der Verbrauch in der Mainmetropole mit 778 Megawatt den höchsten Wert seit der Verlegung der ersten Stromleitungen. Dies entsprach etwa zwei Drittel der Leistung des damals noch nicht vom Netz gegangenen Kernkraftwerks Biblis A.

Frankfurt als digitales Drehkreuz

Der Zuwachs des Stromverbrauchs der Wirtschaft fällt damit weitaus höher aus, als sich in Privathaushalten etwa durch den Ersatz von Glühbirnen und Energiesparlampen oder durch besonders effiziente Kühlschränke an Reduzierungen erzielen lässt. Der Konsum der Haushalte ist seit Jahren ungefähr konstant, für die nächsten Jahre erwartet die Mainova bei den Privatkunden einen Absatzrückgang in Höhe von zwei Prozent im Jahr. In Frankfurt entfällt die eine Hälfte des Stromverbrauchs auf Haushalte, die andere auf Unternehmen.

Frankfurt ist als digitales Drehkreuz selbst in der zurückliegenden Rezession gewachsen. Das Unternehmen Telecity hatte schon vor Jahresfrist angekündigt, seine Fläche, auf der Kunden ihre Hochleistungsrechner aufstellen dürfen, um die Hälfte zu erweitern. Auch Interxion an der Hanauer Landstraße, das das gleiche Geschäftsmodell hat, wächst und wächst. Zuletzt haben dort vor allem Anbieter von Online-Spielen nach Hallenfläche für weitere Rechner gefragt. Auch der Trend zum Cloud-Computing, also der Auslagerung von Speicherkapazitäten, macht das Betreiben von Rechenzentren zu einer Wachstumsbranche, die die jüngste Rezession nicht gespürt hat. Zunehmend scheint sich auch durchzusetzen, dass Unternehmen wichtige Daten nicht nur an zwei, sondern sogar an drei Stellen speichern.

Kaum Stromausfälle

Für die Mainova, deren Tochtergesellschaft weite Teile des Frankfurter Stromnetzes betreibt, zieht der Zubau von Rechenzentren regelmäßig Investitionen in Leitungen und Schaltanlagen nach sich. Im vergangenen Jahr gab der Konzern für das Frankfurter Stromnetz 28,1 Millionen Euro aus, weitaus mehr als für das Erdgasnetz, in das 6,5 Millionen Euro flossen. 2008 und 2009 hatte die Mainova in das Stromnetz noch gut 26 Millionen Euro investiert. Alsheimer gibt an, Frankfurt sei für Rechenzentren-Betreiber nicht zuletzt deshalb so attraktiv, weil hier der Strom im Durchschnitt nur eineinhalb Minuten im Jahr ausfalle. Der Bundesdurchschnitt liege bei 25 Minuten.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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