An Superlativen hat es nicht gefehlt, als die Messe Frankfurt GmbH gestern ihr neuestes Produkt, die „Design Annual“, vorstellte. Von einem „völlig neuen Veranstaltungsformat“ war die Rede, von der Festhalle als einer „spektakulären Bühne für das weltweit beste Design unserer Zeit“ und von „Lebensräumen der Spitzenklasse“.
Bisher läßt sich immerhin sagen, daß es eine ungewöhnliche Ausstellung ist, die von Samstag bis Mittwoch von jedem besucht werden kann, also nicht nur von einem Fachpublikum, und daß sich 80 Unternehmen präsentieren, die den Anspruch haben, eben in herausragender Weise gestaltete Produkte anzubieten.
Besonders viele befassen sich mit Küchen- und Badeinrichtungen. So sind unter den Ausstellern Allmilmö, die Poggenpohl Möbelwerke und die Gaggenau Hausgeräte GmbH, Axor / Hansgrohe, die Duravit AG und das Unternehmen Flos Spa. Von den weiteren Möbelherstellern sind vielleicht noch die Classicon GmbH, Magis und die Nils Holger Moormann GmbH zu erwähnen. Ferner zählen zu den Ausstellern die auf Leuchten spezialisierte Ingo Maurer GmbH sowie das Unternehmen Koziol aus dem Odenwald, das sich mit verspielten Alltagsgegenständen einen Namen gemacht hat.
Urbane Bezüge
Schließlich gibt auch Lumas ein Gastspiel in Frankfurt, jenes Berliner Unternehmen, das mit seinem Angebot an Fotokunst zu erschwinglichen Preisen in jüngerer Zeit Furore macht. Ein Autohersteller ist auch dabei, Audi zeigt seinen TT. Dies sei ein „urbanes“ Modell, verriet gestern Christian Gärtner, Vorstand der Frankfurter Stylepark AG, die die Ausstellung mit der Messegesellschaft vorbereitet hat. Gärtner hob hervor, daß nur ein bestimmter Kreis von Unternehmen überhaupt eingeladen worden sei. Stylepark selbst bezeichnet sich als „Kommunikator für Design“; das Unternehmen berate zum Beispiel Architekten, hieß es.
Die erste „Design Annual“ - sie soll jährlich wiederholt werden - hat den Zusatz „inside: urban“, weshalb gestern viel von Urbanität die Rede war. Zum Rahmenprogramm, das neben Vorträgen auch Essen einschließt, sagte Gärtner etwa: „Wir haben versucht, eine junge, gute Küche zu machen, die einen urbanen Bezug schafft.“ Und die Vorträge laufen unter dem Motto „Urban Moods“. Weil bei der neuen Messe wirklich alles anders sein soll, hieß es denn auch erläuternd, „dies ist kein klassisches Rahmenprogramm einer Fachmesse, sondern vielmehr Mittelpunkt, sozusagen das Forum urbanum der gesamten Veranstaltung“.
Metropolitane Preise
Auf jeden Fall ganz anders ist die Messearchitektur; in die Festhalle wurde in den vergangenen Tagen eine Reihe von in jedweder Hinsicht schrägen Wänden eingezogen, so daß die Aussteller nicht auf ihre herkömmlichen Stände zurückgreifen können. Es sei sozusagen eine Stadt nachgebaut worden, hieß es dazu unter Verweis auf den schon erwähnten Zusatz „urban“. Ungewöhnlich sind auch die Öffnungszeiten; die Messe kann abends bis 22 Uhr besucht werden, öffnet dafür aber auch erst mittags um 12 Uhr. Eine Tageskarte kostet stolze 15 Euro, was schon weniger urban als vielmehr metropolitan ist.
Die Zusammenarbeit zwischen der Messegesellschaft und dem seit sechs Jahren bestehenden Unternehmen Stylepark ist neu; die AG hatte sonst schon einmal im Umfeld der Kölner Möbelmesse gearbeitet. Im gestrigen Duktus war natürlich nicht einfach von einer neuen, sondern gleich von einer „revolutionären“ Zusammenarbeit die Rede. Es war eben der Tag der Superlative.

