25.06.2008 · Das aufziehende Gewitter ist an diesem Mittag allen auf dem Jürgen-Ponto-Platz in Frankfurt versammelten Bankern Omen: Die Dresdner Bank AG befindet sich in Turbulenzen. Mitarbeiter fürchten um ihre Stelle und streiten für eine Jobgarantie bis 2014.
Von Jochen RemmertDas aufziehende Gewitter ist an diesem Mittag allen auf dem Jürgen-Ponto-Platz in Frankfurt versammelten Bankern Omen: Die Dresdner Bank AG befindet sich in Turbulenzen. Für Claudia Eggert-Lehmann steht außer Frage, dass es die Bank in ihrer bisherigen Form nicht mehr lange geben wird. Angesichts der Absicht der Allianz, die ungeliebte Tochter zu verkaufen, ist für die Vorsitzende des Dresdner-Gesamtbetriebsrats nur der Zeitpunkt der „Filetierung“ noch offen. Das sagt sie bei einer Demonstration von rund 200 Betriebsräten und anderen Angestellten der Bank vor den silbernen Türmen der Zentrale. Den Arbeitnehmervertretern geht es nun vor allem darum, einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2014 zu erreichen.
Auf diese Weise hoffen sie, die Mitarbeiter in den schwierigen Jahren einer Eingliederung der Bank in eine neue Gruppe gegen einen Jobverlust absichern zu können. Bis 2009 gilt noch eine frühere Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung, wie es heißt.
„Verzockt hat das der Vorstand“, schimpft ein erboster Mitarbeiter, schweigt dann aber. Gemeint hat er damit wohl letztlich den Umstand, dass die Dresdner Bank, die 2001 von der Allianz für 24 Milliarden Euro gekauft wurde, von Analysten heute aber lediglich bei gut acht Milliarden Euro taxiert wird. Ein Verdi-Sprecher sagt, weil die Bank sich Renditeziele gesetzt habe, die mit klassischem Bankgeschäft nie zu erreichen gewesen seien, habe man bei riskanten Geschäften tatsächlich Milliarden „versenkt“. Nach dem Ende der Friedenspflicht in den laufenden Tarifverhandlungen wollen Gewerkschaft und Betriebsräte Ende des Monats „den Druck erhöhen“.